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Baden-Württemberg

Netzwerk LSBTTIQ: CDU unterstützt mit Gender-Verbot den "allgemeinen Rechtsruck"

Das CDU-geführte Innenministerium in Baden-Württemberg will geschlechtergerechte Sprache verbannen. Ein queerer Dachverband warnt nun davor, dass dies nur "der Anfang einer Kaskade von Regelungen und Verboten sein könnte".


Wer hat Angst vorm Gendern? (Bild: pressfoto@freepik / queer.de)

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg hat am Dienstag das vom CDU-Landesinnenministerium geplante Gender-Verbot scharf kritisiert. "Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für Geschlechtergerechtigkeit und sichtbare Geschlechtervielfalt", erklärte die Dachorganisation queerer Gruppen im Ländle. Das geplante Verbot sei "nicht nur ein fatales Signal an Frauen, agender, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen, es unterstützt den allgemeinen Rechtsruck in Deutschland", so das Netzwerk.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass Sonderzeichen wie Binnen-I und Gendersternchen in der Verwaltungssprache künftig nicht mehr zulässig seien (queer.de berichtete). Das führte zu scharfer Kritik vom grünen Koalitionspartner. Vizefraktionschef Oliver Hildenbrand erklärte etwa: "Es sind die Gegner*innen einer geschlechtergerechten Sprache, die ständig über das Gendern reden wollen. Einen Gender-Zwang herbeizufantasieren, um ein Gender-Verbot zu fordern – das ist und bleibt absurd" (queer.de berichtete).

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Netzwerk warnt vor ungarischen oder amerikanischen Verhältnissen

Laut dem Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg sei geschlechtergerechte Sprache lediglich die Anerkennung, "dass es Frauen gibt und andere Menschen, die keine Männer sind". Man sei irritiert davon, "dass nun auch in Baden-Württemberg die demokratische Volkspartei CDU verstärkt auf Sprachverbote setzt". Nun sei zu befürchten, "dass eine derartige Sprachvorschrift nur der Anfang einer Kaskade von Regelungen und Verboten sein könnte". Dabei verwies das Netzwerk auf Ungarn oder die Vereinigten Staaten: "Mit der Begründung, Kinder schützen zu wollen, oder wegen der angeblichen Überforderung von Lernenden wurden und werden LSBTTIQ-Themen aus den Lehrplänen gestrichen, aus Buchhandlungen und Büchereien verbannt."

Corinna Wintzer, Mitglied des Sprechendenrats des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, kritisierte insbesondere, dass sich die CDU mit ihrer Verbotspolitik von der AfD treiben lasse: "Der aktuelle Fall scheint einer von vielen zu sein, bei denen sich demokratische Parteien einem von Rechten vorgegebenen Thema widmen. Wohl in der Hoffnung, Wählende wieder in die Mitte zurückzulocken. Dass das nicht funktioniert, sollte die jüngere politische Entwicklung in der EU demonstriert haben", so Wintzer. "Wenn die Mitte Themen aus dem rechten Dunstkreis aufgreift, verliert sie zunehmend Stimmen, weil sie die rechte Rhetorik legitimiert." (dk)

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