https://queer.de/?48325
Osnabrück
Erstes queeres Stadtprinzenpaar: Wir erleben keine Diskriminierung
Der Straßenkarneval beginnt: In Osnabrück begrüßt in diesem Jahr das erste queere Stadtprinzenpaar Yut I. und Thomas I. Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen beim traditionellen "Ossensamstag".

Yut I. und Thomas I. sind Osnabrücks erstes queeres Stadtprinzenpaar (Bild: Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval)
- 1. Februar 2024, 04:08h 2 Min.
Niedersachsens Närr*Innen stehen für den Straßenkarneval in den Startlöchern. Im Jahr eins nach Ende aller Corona-Auflagen richten sich die Organisator*innen in den Hochburgen wieder auf regen Zuspruch von karnevalsbegeisterten Besucher*innen in den Innenstädten ein. In Braunschweig wird beim Traditionsumzug "Schoduvel" mit 300.000 Menschen gerechnet – das queere Motto lautet: "Er, sie, es, divers und frei – Brunswieks Narren sind dabei". In Osnabrück begrüßt das erste schwule Stadtprinzenpaar Yut I. und Thomas I. Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen beim traditionellen "Ossensamstag" (queer.de berichtete).
"Wir wollen damit ein Zeichen setzen"
Yut Punnuruk (67) und Thomas Wolf (54) sind schon seit vielen Jahren nicht nur im Osnabrücker Karneval aktiv, sondern auch im Schützenverein. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass auch queere Menschen sich nicht nur in ihrer Community aufhalten, sondern auch mit anderen Menschen ganz normal feiern", sagt Wolf. Diskriminierung als homosexuelles Stadtprinzenpaar hätten sie bislang nicht festgestellt. "Es sollte ganz selbstverständlich sein, dass queere Menschen auch Stadtprinzenpaar werden können". Auch mit der Tatsache, dass mit dem in Thailand geborenen Yut Punnuruk zum ersten Mal ein Ausländer Stadtprinz geworden ist, sei eine Botschaft verbunden, sagen die beiden: "Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass Deutschland bunt ist und bunt bleiben soll."
In Osnabrück werden am Umzug "Ossensamstag" 66 Gruppen teilnehmen, davon 18 Tanzgruppen, sagte der Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval, René Herring. Damit sei seitens der Teilnehmer*innen-Zahl wieder der Vor-Corona-Stand erreicht. Er rechne mit einem Potenzial von 25.000 bis 30.000 Menschen in der Innenstadt, die sich den Umzug am 10. Februar anschauen wollen. Drei Spielmannszüge aus der Schweiz, aus den Niederlanden und aus der Nähe von Hamburg nehmen an dem Umzug teil. Das Motto lautet: "Kreuz und queer, kunterbunt, das sind wir!". (cw/dpa)













