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England

Lebenslange Haft für Mord an trans Mädchen

Sadistische Neigungen und Transfeindlichkeit sollen bei der Tötung von Brianna Ghey durch zwei Jugendliche eine Rolle gespielt haben. Sie können erst nach vielen Jahren auf Freilassung hoffen.


Brianna Ghey starb am 11. Februar 2023, nachdem sie mit einem Jagdmesser attackiert wurde

  • 2. Februar 2024, 16:46h 2 Min.

Zwei Jugendliche in England, die im Februar 2023 eine trans Teenagerin ermordet hatten, sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wie die Richterin am Freitag am Manchester Crown Court sagte, können das inzwischen 16-jährige Mädchen und der gleichaltrige Junge frühestens nach 22 beziehungsweise 20 Jahren auf eine Freilassung hoffen. "Wie lange Sie im Gefängnis bleiben werden, wird nicht heute entschieden", sagte die Richterin und warnte, die beiden könnten für immer hinter Gittern bleiben.

Die damals 15 Jahre alten Jugendlichen hatten die 16-jährige Brianna Ghey in einen Park in der Stadt Warrington nahe Manchester gelockt und mit Dutzenden Messerstichen getötet (queer.de berichtete). Das Duo hatte mit einem Jagdmesser 28 Mal auf das Opfer eingestochen, gefunden wurden Stichwunden am Kopf, Hals, in der Brust und im Rücken. Der Fall hatte in Großbritannien für große Bestürzung gesorgt. Am Tag der Strafmaßverkündung entschied die Richterin, ein Berichterstattungsverbot über die Namen der Verurteilten aufzuheben.

Hauptmotiv war nach Ansicht des Gerichts eine sadistische Neigung des Mädchens, eine Mitschülerin Gheys. Doch auch transfeindliche Motive des Jungen sollen eine Rolle gespielt haben. Die beiden hatten demnach längere Zeit an gemeinsamen Mordplänen geschmiedet, für die sie Brianna als leichtes Opfer ausgewählt hatten. Vorher sollen sie eine "Todesliste" mit den Namen vier anderer Jugendlicher erstellt haben.

Kurz vor Weihnachten hatte eine Geschworenenjury die beiden Teenager schuldig gesprochen (queer.de berichtete). Das Land empfinde Horror angesichts des "verachtenswerten und feigen Mordes", sagte der Sprecher von Premierminister Rishi Sunak am Freitag kurz vor der Strafmaßverkündung vor Journalisten. Der Regierungschef teile diese Empfindung, seine Gedanken seien bei Briannas Familie.

LGBTI-Aktivist*innen hatten für den Mord auch die extrem transfeindliche Atmosphäre im Land mitverantwortlich gemacht, die auch von der Tory-Regierung in London angeheizt wird, inklusive Premierminister Sunak (queer.de berichtete). So wies die Regierung im Dezember die Schulen in England an, künftig trans Schüler*innen nicht mehr anzuerkennen (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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