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Schweiz
Strafverfahren gegen früheren Augsburger Bischof Walter Mixa
Die Staatsanwaltschaft St. Gallen ermittelt gegen den queerfeindlichen Ex-Bischof Walter Mixa. Ein 39-Jähriger wirft dem katholischen Würdenträger vor, ihn im Jahr 2012 auf einem Schweizer Bauernhof sexuell belästigt zu haben.

Walter Mixa war von 1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt und von 2005 bis 2010 Bischof von Augsburg (Bild: IMAGO / epd)
- 4. Februar 2024, 09:50h 3 Min.
Offenbar wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung eines Mannes hat die Staatsanwaltschaft des Schweizer Kantons St. Gallen ein Strafverfahren gegen den ehemaligen Augsburger Bischof Walter Mixa eröffnet. Das berichteten am Wochenende die Schweizer Zeitung "SonntagsBlick" und die Münchner "Abendzeitung". Weitergehende Auskünfte könnten "aufgrund der pendenten Strafuntersuchung" nicht erteilt werden, teilte die Ermittlungsbehörde auf Anfrage der "Abendzeitung" mit.
Angezeigt wurde der queerfeindliche Ex-Bischof von dem Deutschen Josef Henfling, der Ende vergangenen Jahres erstmals von dem mutmaßlichen Übergriff berichtete. Der 39-Jährige hatte Mixa 2012 beim radikalkatholischen Fernsehsender K-TV kennengelernt. Bei einem Dreh auf einem Bauernhof im schweizerischen Kanton Sankt Gallen sei es zum Übergriff gekommen: "Der Bischof zog mich an sich, umklammerte mich fest und küsste mich auf den Mund. Später lud er mich auf sein Zimmer ein", erklärte Henfling im November 2023 gegenüber dem "SonntagsBlick" (queer.de berichtete). Er gab auch eine eidesstattliche Erklärung ab.
Mixa bestreitet den Vorwurf
Walter Mixa bestreitet den Vorwurf. Nach Angaben einer Anwältin des Ex-Bischofs gegenüber queer.de könne dieser "ausschließen", Henfling "fest umklammert und auf den Mund geküsst" zu haben: "So etwas wäre unserem Mandanten überhaupt nicht eingefallen. Einen solchen Vorgang hat es nie gegeben." Mixa sei sehr daran gelegen, den Vorwurf zeitnah auszuräumen.
Nach Angaben des "SonntagsBlick" ist auch der Vatikan über die Anschuldigungen gegen Mixa informiert. Die für Bischöfe zuständige Abteilung prüfe den Vorwurf der sexuellen Belästigung.
Ein Bischof mit vielen Skandalen
Walter Mixa wurde 1996 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eichstätt und 2000 zum katholischen Militärbischof für die Bundeswehr ernannt, 2005 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Augsburg. 2010 musste er zurücktreten, nachdem bekannt geworden war, dass er in den 1970er und 1980er Jahren minderjährige Heimkinder geschlagen haben soll. Dabei kam es bereits zu Vorwürfen sexueller Übergriffe (queer.de berichtete). Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelte in einem Fall gegen Mixa, stellte das Vorverfahren aber später wegen eines nicht ausreichenden Tatverdachtes ein.
Während seiner Zeit als Bischof hatte Mixa öffentlich immer wieder Stimmung gegen Lesben und Schwule gemacht. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften könnten etwa "nach christlichem Menschenbild niemals Ehen oder Familien sein", sagte er damals. Zuletzt engagierte sich Mixa auch politisch am äußersten rechten Rand: 2019 hielt er etwa eine Rede beim Neujahrsempfang eines AfD-Stadtrats in Stuttgart. Nach innerkirchlicher Kritik sagte er aber später einen Vortrag bei einer AfD-Veranstaltung anlässlich des Europawahlkampfes ab. Er sollte dabei eine Rede gegen muslimische Menschen halten. (mize)














