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"Erschreckend und beschämend"
Ahrensburg: Ehrenamtler homophob bedroht
Anonym bedroht eine unbekannte Person einen Ehrenamtler in Schleswig-Holstein. Der Bürgermeister findet klare Worte.

Wann hört der Hass auf: Ein Ehrenamtler in Ahrensburg wird wegen seiner sexuellen Identität bedroht (Bild: sylvar / flickr)
- 5. Februar 2024, 12:51h 2 Min.
Im 35.000 Einwohner*innen zählenden Städtchen Ahrensburg bei Hamburg wird seit Wochen ein Bürger, der sich ehrenamtlich sowohl in der Stadtpolitik als auch in der Kirche engagiert, mit queerfeindlichen Briefen und E-Mails traktiert. Wie die "Lübecker Nachrichten" (Bezahlartikel) berichten, sei der Grund, dass sich der Vater von drei Kindern als queer identifiziert, was schon seit vielen Jahren öffentlich bekannt sei.
In den anonymen Botschaften wird er aufgefordert, sich von dem Ehrenamt zurückzuziehen. "Ein Mann mit lackierten Fingernägeln soll sich nicht öffentlich äußern", hieß es in einem Schreiben. Außerdem werde behauptet, dass er keine christlichen Werte habe, so der Ehrenamtler: "Ähnliche Schreiben sind an den Kirchengemeinderat und an eine Parteifreundin gegangen, wo vor mir gewarnt wird. Ich bin offenbar die Projektionsfläche für eine ganze Reihe von Vorurteilen."
Kaum Hoffnung, homophoben Schreiberling zu finden
Einer Aufforderung in sozialen Medien, dass der oder die Unbekannte das Mobbing beenden solle, sei nicht nachgekommen worden. Hoffnungen darauf, die Person dingfest zu machen, hat der Ehrenamtler nicht. Er habe auch keinen Verdacht, um wen es sich bei dem Autoren oder der Autorin handeln könne.
Unterstützung erhält er von Bürgermeister Eckhart Boege (SPD): "Ich verurteile auch den Einschüchterungseffekt, so etwas hat in unserer Stadt nichts zu suchen", so Boege. "Es ist erschreckend und beschämend, dass so etwas in Ahrensburg passiert." Der Betroffene erhielt auch bei einem städtischen Treffen Unterstützung von anderen Personen:"Beim Neujahrsempfang haben sich drei Freundinnen als Zeichen der Solidarität die Nägel in der gleichen Farbe wie ich lackiert", sagte er laut "Lübecker Nachrichten". (cw)














