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Wenn Einzelgänger gemeinsam die Liebe entdecken

Zwei Teenager werden beste Freunde – bis der eine den anderen mit Gefühlen überfordert: "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" ist ein süßer Coming-of-Age-Film, der an seine berühmte Romanvorlage jedoch nicht heranreicht.


Die beiden Hauptdarsteller Reese Gonzales (Dante, li.) und Max Pelayo (Ari) harmonieren großartig miteinander (Bild: capelight pictures)

Kindernamen sind ja so eine Sache. Dante ist wahrscheinlich der Versuch, die Zugehörigkeit zu einer intellektuellen Klasse auszudrücken. Aristoteles dagegen scheint der Versuch zu sein, zu ihr aufzuschließen. Denn die zwei Einzelgänger haben nicht viel gemeinsam, außer dass sie nach Philosophen benannt wurden. Vielleicht werden die beiden mexikanisch-amerikanischen Teenager genau deshalb beste Freunde.

Es ist 1987, die Jungs lernen sich in einem Schwimmbad kennen. Der Sommer ist heiß, das Wassereis tropft. Dante bringt Ari das Schwimmen bei. Sie gehen mit Dantes Eltern auf einen Campingtrip, beobachten Sterne. Es ist der perfekte Sommer für die zwei zuvor einsamen Jungs – bis Dante Ari sagt, dass seine Eltern für ein Jahr nach Chicago ziehen. Doch sie bleiben Freunde, versprechen sie sich.

Dante schreibt Ari Briefe übers Wichsen


Poster zum Film: "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" startet am 8. Februar 2024 im Kino

Ari ist durch Dante selbstbewusster geworden. Er fängt einen Job an, bekommt einen alten Truck geschenkt, lernt Mädchen kennen. Doch auf Dantes Briefe reagiert er immer seltener. Er ist kein Briefeschreiber wie Dante, das Professoren-Kind. Und dass Dante von seiner Sexualität schreibt, vom Wichsen und von Gefühlen für andere Jungs, überfordert Ari. Schließlich hat er mit seinen Eltern genug Stress. Sein großer Bruder sitzt im Gefängnis, doch sie wollen ihm nichts über ihn erzählen.

Der Jugendroman "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz erschien 2012, zwei Jahre später auch auf Deutsch. Die Coming-of-Age-Geschichte war ein gewaltiger Erfolg und hat bis heute eine eingeschworene Fangemeinde. Zurecht: Der Roman war genauso außergewöhnlich wie die Vornamen seiner Hauptfiguren.

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Viele Buch-Fans sind enttäuscht

Doch eingefleischte Leser*­innen können auch gnadenlos sein, wenn es um das eigene Lieblingsbuch geht. So ist es auch mit dem Spielfilm von Regisseurin Aitch Alberto. Viele sind enttäuscht – auch wenn das fast automatisch bei Verfilmungen von lieb gewonnen Geschichten der Fall zu sein scheint. Der Vergleich von literarischer Vorlage und filmischer Adaption ist ohnehin müßig. Die Medien können nicht dasselbe leisten.

Das Hauptproblem für Fans der Vorlage wird sein, dass der Roman von der Erzählweise weniger konventionell und sein Ton einzigartiger ist. Denn der Film wirkt zwar rund, aber auch sehr formelhaft. Die Briefe, die sich Ari und Dante schreiben, sind im Buch deutlich länger und literarischer. Gleichzeitig schafft es Regisseurin und Drehbuchautorin Aitch Alberto, diese Teile stimmig in ihren Film einzufügen, ohne dass sie wie Fremdkörper wirken.

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Ein vielfältiger Coming-of-Age-Film

"Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" ist ein süßer Coming-of-Age-Film geworden. Die beiden Hauptdarsteller Max Pelayo (Ari) und Reese Gonzales (Dante) harmonieren großartig miteinander. Die Geschichte ist emotional, hat Höhen und Tiefen und gibt den vielen Nebencharakteren und -konflikten einigen Raum.

Die Figuren entwickeln sich weiter, wachsen aneinander und gehen auch aus Streitigkeiten gestärkt hervor. Das Drama behandelt Themen wie die mexikanisch-amerikanische Identität, Männlichkeitsbilder und Freundschaft – ohne zu moralisieren. Das macht ihn für eine breite Zielgruppe ansprechend. Der Film sticht sicher nicht aus den vielen anderen Coming-of-Age-Filmen heraus. Aber er macht das Genre ein großes Stück vielfältiger. Alleine das ist eine große Leistung.

Infos zum Film

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums. Drama. USA 2023. Regie: Aitch Alberto. Cast: Max Pelayo, Reese Gonzales, Eva Longoria. Laufzeit: 96 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: capelight pictures. Kinostart: 8. Februar 2024

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