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Regionalliga Nordost

Queer­feindliches Banner auch in Cottbus

Erst Leverkusen, dann Dresden, nun Cottbus: Fußballfans bringen erneut ihre Abneigung gegenüber geschlechtlichen Minderheiten zum Ausdruck.


Statt ihr eigenes Team zu unterstützen, zeigen Fans von Energie Cottbus lieber ihre Abneigung gegenüber geschlechtlichen Minderheiten (Bild: X / @Invermectin1)

Fans des Fußballvereins Energie Cottbus haben am Mittwochabend beim Heimspiel gegen Viktoria Berlin ein queer­feindliches Banner gezeigt: "Es gibt nur 2 Geschlechter… beide verachten den DFB", hieß es auf Transparenten von Cottbus-Anhänger*­innen. Mit dem Spruch brachten sie Kritik an Sponsoringplänen des Deutschen Fußballbundes mit der Ablehnung von geschlechtlichen Minderheiten in Zusammenhang. Cottbus gewann das Spiel der Regionalliga Nordost, der vierthöchsten Spielklasse, vor rund 5.700 Zuschauer*­innen mit 4:3.

Bereits am Wochenende hatten Fans des drittklassigen Vereins Dynamo Dresden bei einem Auswärtsspiel in Ingolstadt mit einer ähnlichen Parole für Aufmerksamkeit gesorgt: "Es gibt nur einen lächerlichen DFB… und zwei Geschlechter!", hieß es darauf. Der DFB leitete danach Ermittlungen gegen den sächsischen Verein ein (queer.de berichtete). Dynamo verteidigte jedoch seine queer­feindlichen Fans und erklärte, die "polarisierende Wortwahl" sei lediglich ein "Stilmittel" (queer.de berichtete).

Vergangene Woche hatte der DFB den Erstligisten Bayer Leverkusen mit einer Geldstrafe in Höhe von 18.000 Euro belegt, weil dessen Fans im November ein transfeindliches Transparent mit der "Zwei Geschlechter"-Aufschrift gezeigt hatten (queer.de berichtete). Anders als Dynamo bedauerte die Chefetage des NRW-Vereins die Transphobie seiner Fans und entschuldigte sich.

Mit den Transparenten knüpfen die Fans offenbar an die Stimmungsmache gegen das von der Ampel geplante Selbst­bestimmungs­gesetz an, das das in großen Teilen verfassungswidrige Trans­sexuellengesetz aus dem Jahr 1981 ablösen soll. Gegen den Ampel-Entwurf gibt es derzeit einen erheblichen Widerstand aus den Reihen der rechtsextremen AfD und Teilen der Union (queer.de berichtete). Bereits 2017 hatte das Bundesverfassungericht erklärt, dass Deutschland einen dritten Geschlechtseintrag anerkennen muss (queer.de berichtete).

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AfD feiert queerfeindliche Banner

Die minderheitenfeindlichen Aktionen in den Fußballstadien finden große Unterstützung bei Rechtsextremen. So lobte der AfD-Politiker Georg Pazderski am Donnerstagmorgen die Aktion in Cottbus im Social-Media-Portal X (ehemals Twitter) in Großbuchstaben als "geile Aktion" – und zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Lage eskaliert: "Hoffentlich ziehen noch viele Fans am Wochenende nach, um diesen total dysfunktionalen #DFB zu blamieren."


Bild: X

Die Fans aus der AfD-Hochburg Cottbus haben bereits wiederholt gegen queere Menschen Stimmung gemacht. 2021 zeigten sie bereits ein Plakat, das ein prominente trans Anhängerin des gegnerischen Vereins lächerlich machen sollte (queer.de berichtete). Ein Jahr später musste sich die Vereinsführung gar für homophobe und gewaltverherrlichende Banner entschuldigen (queer.de berichtete). (dk)

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