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Von Steinigung bedroht

Jemen: 13 Menschen wegen Homosexualität zu Tode verurteilt

Während die Huthis mit Angriffen auf westliche Frachter im Roten Meer für Schlagzeilen sorgen, gehen sie zu Hause gegen Nicht-Heterosexuelle vor.


Huthi-Unterstützer protestieren am 22. Januar gegen die USA (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
  • 8. Februar 2024, 11:33h 2 Min.

In einer von den Huthis kontrollierten Region im Jemen sind laut der Nachrichtenagentur AFP 13 Menschen wegen Homosexualität zum Tode verurteilt worden. Das Urteil in der Provinz Ibb im Westen des Landes soll bereits am Sonntag gefallen sein. Es seien noch Rechtsmittel gegen die Verurteilungen möglich. Wie eine anonyme Quelle der AFP mitteilte, sollen weitere 35 Menschen in Ibb wegen Homosexualität in Haft sitzen.

Bislang ist unbekannt, wann die Todesurteile ausgeführt werden sollen. Die Huthis verzögern laut einem Bericht des "Euro-Mediterranean Human Rights Monitor" aus dem Jahr 2022 derartige Urteile oft. So waren seit 2014 geschätzt 350 Menschen zum Tode verurteilt worden, allerdings seien nur elf dieser Urteile ausgeführt worden.

Weltöffentlichkeit abgelenkt

Die mit dem Iran verbündete schiitische Huthi-Rebellengruppe hat seit November Frachter im Roten Meer angegriffen, angeblich als Protest gegen Israel. Deshalb gab es zuletzt mehrere britische und amerikanische Militärschläge gegen die Huthis. Laut Menschenrechtsorganisationen hat sich die Menschenrechtslage in den von den Huthis kontrollierten Gebieten seit Beginn der Attacken im Roten Meer verschlechtert. "Die Huthis gehen härter gegen die Bevölkerung vor, während die Welt damit beschäftigt ist, die Attacken im Roten Meer zu beobachten", erklärte Jemen-Expertin Niku Jafarina von der Organisation Human Rights Watch. "Wenn sich die Huthis wirklich um Menschenrechte scheren würden – sie begründen ja ihre Angriffe mit der Lage in Palästina – dann würden sie Jemeniten nicht auspeitschen oder steinigen lassen."

Die Huthi-Kampfgruppen hatten sich in den Neunzigerjahren gebildet, um eine islamische Theokratie zu errichten. Sie führen seit 2015 einen Bürgerkrieg gegen von Saudi-Arabien unterstützte Pro-Regierungstruppen und kontrollieren derzeit mehrere Bevölkerungszentren. Bisher forderten diese Kämpfe Hunderttausende Todesopfer und verursachten eine Hungersnot, die Millionen Menschen betrifft. Rund drei Viertel der Bevölkerung sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Auch queere Menschen, die unter der Zentralregierung leben, sind vor Verfolgung nicht sicher. Wie bei den Huthis steht in der Republik Jemen ebenfalls auf Homosexualität die Todesstrafe. Auch nicht-tödliche Folterstrafen wie Auspeitschungen sind möglich. Der Jemen zählt damit zu den gefährlichsten Ländern der Welt für queere Menschen (queer.de berichtete). Sowohl von den Huthis als auch von der Zentralregierung wird die Verfolgung mit islamischer Moral begründet. (dk)

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