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Sehnsucht nach 1933

US-Politikerin verbrennt queere Bücher mit Flammenwerfer

Bücherverbrennungen kommen in den USA offenbar wieder in Mode: Eine republikanische Kandidatin in Missouri sorgt nun mit einem erschütternden Video für Schlagzeilen.


Valentina Gomez bei ihrer Bücherverbrennung (Bild: X)
  • 8. Februar 2024, 12:56h 2 Min.

Valentina Gomez, eine 24-jährige republikanische Kandidatin für den Posten der Landesinnenministerin in Missouri, hat am Dienstag im Social-Media-Portal X ein Video gepostet, in dem sie queere Bücher mit einem Flammenwerfer verbrennt. Zu den vernichteten Büchern gehörte unter anderem das Buch "Der ultimative LGBTQ-Ratgeber für Teenager" von Journalistin Kathy Belge.

Gomez kommentierte die Aktion auf X mit den Worten: "Wenn ich Innenministerin bin, werde ich alle Bücher, die Grooming, Indoktrination und die Sexualisierung von Kindern beinhalten, VERBRENNEN. MAGA. America First." Das Video wurde bereits rund zwei Millionen Mal gezeigt. Der Begriff "Grooming" wird im Englischen und auch im Deutschen normalerweise für pädosexuelle Straftäter verwendet, die in Missbrauchsabsicht Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen. US-Republikaner nutzen das Wort aber gerne, um Homo­sexuelle und trans Personen zu beschreiben.

Mehrheit gegen Bücher-Verbote

Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisation GLAAD, verurteilte die Aktion: "Aufmerksamkeitsheischende Kandidatinnen wie diese verstehen die Menschen nicht: Das Wahlvolk hat sich immer wieder gegen Buchverbote oder Kandidierende, die sich dafür einsetzen, ausgesprochen." Tatsächlich erklärten bei einer Ipsos-Umfrage im Oktober letzten Jahres 78 Prozent der US-Bevölkerung und 52 Prozent der republikanischen Anhänger*innen, dass sie einen Kandidaten oder eine Kandidatin weniger unterstützen würden, wenn sich diese*r für Buchverbote einsetzt.


Auf Facebook verriet Gomez, welchen drei Dingen sie am meisten vertraut: der Bibel, Elon Musks Plattform X und ihrem Sturmgewehr AR-15 (Bild: Facebook)

Die aus St. Louis stammende Gomez tritt am 6. August bei den republikanischen Vorwahlen zur Innenministerin an. Der Posten wird in Missouri direkt gewählt. Neben ihr treten drei weitere Kandidaten an. Gomez positioniert sich dabei als ergebene Trump-Anhängerin, die insbesondere trans Menschen feindlich gegenübersteht.

In den USA findet derzeit ein regelrechter Kulturkampf um queere Rechte statt. Seit der Amtsübernahme von Joe Biden als Präsident Anfang 2021 sind konservative Bundesstaaten insbesondere vermehrt gegen trans Menschen vorgegangen, aber auch gegen Schwule und Lesben. So führte etwa Florida unter dem rechtspopulistischen Gouverneur Ron DeSantis ein sogenanntes "Don't say gay"-Gesetz ein, das die Erwähnung von queeren Menschen im Unterricht grundsätzlich verbietet (queer.de berichtete). Aus diesem Grund wird an Schulen in Florida teilweise sogar William Shakespeare zensiert (queer.de berichtete). (dk)

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