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Finnischer ESC-Vorentscheid

Tampere im ESC-Fieber: In Finnland gibt es keine Regeln

Die drittgrößte Stadt Finnlands mutierte vergangenes Wochenende zum Paradies für alle Fans des Eurovision Song Contests – und kürte am Ende einen überraschenden Sieger des diesjährigen ESC-Vorentscheids.


Mit "No Rules!" holte sich der Windows95man den Sieg beim finnischen ESC-Vorentscheid. (Bild: Fabian Girschick)

Mit über 50 öffentlichen Saunen gilt die finnische Großstadt Tampere nicht nur als "Saunahauptstadt der Welt", sondern auch als "finnische Hauptstadt der Veranstaltungen" – und übertrumpft damit in vielen Belangen die eigentliche Hauptstadt Helsinki.

Vor allem vergangenes Wochenende war in Tampere so einiges geboten, denn die malerische Landschaft verwandelte sich in den "place to be" für alle Eurovision-Song-Content-Fans. Seit vielen Jahren träumt die Stadt davon, den ESC ausrichten zu dürfen, und konnte dieses Jahr schon mal einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Höchstes Niveau beim finnischen ESC-Vorentscheid


Bis zu 15.000 Besucher*innen passen in die Nokia Arena, den Veranstaltungsort des diesjährigen UMK (Bild: Fabian Girschick)

Denn am Samstag, den 10. Februar 2024 fand in der Nokia Arena in Tampere der finnische ESC-Vorentscheid, der "Uuden Musiikin Kilpailu (UMK)", statt. Und während die Vorentscheide in Deutschland häufig für etwas Fremdscham sorgen, hatte man bei diesem das Gefühl, sich bereits beim eigentlichen ESC zu befinden.

Schließlich waren alle sieben Darbietungen von höchstem Niveau und hätten es alle verdient, am 11. Mai 2024 beim 68. Eurovision Song Contest in Malmö auftreten zu dürfen. Zu den Kandidat*innen zählten unter anderem die Rockband Cyan Kicks sowie der Rapper Jesse Markin. Mit fulminanten Bühnenshows heizten sie tausenden von Besucher*innen in der Arena ein und sorgten für einen absoluten Ausnahmezustand.

Schlüpfrige Performance brachte dem Windows95man den Sieg


Der Windows95man überzeugte beim UMK mit einer skurrilen Performance (Bild: Fabian Girschick)

Neben den großen Balladen gab es beim finnischen ESC-Vorentscheid allerdings auch, wie gewohnt, skurrile Performances zu sehen. Immerhin landete Käärijä mit dem Song "Cha Cha Cha" vergangenes Jahr beim ESC auf Platz zwei und zeigte damit, dass neben eingängigen Melodien auch schrille Outfits und teils pikante Inszenierungen auf der Bühne ein Erfolgsgarant sind.

Letzteres bestätigte sich nun auch beim UMK, denn am Ende siegte der Windows95man mit seinem Titel "No Rules!" – und einer mehr als unterhaltsamen Bühnenshow. Zu Beginn seines Titels schlüpfte dieser in einem hautfarbenen, engen Slip und mit einer Windows-Cap und einem Windows-Shirt aus einem riesigen Ei aus Jeanshosen heraus – und schmiss sich später in eine Denim-Hotpants, aus der plötzlich riesige Funken sprühten. Gemäß den Eurovision-Regeln gegen Werbung wird der Künstler Teemu Keisteri den Namen seiner Bühnenkreation allerdings wohl noch ebenso ändern wie sein Shirt.

Direktlink | Der Siegersong "No Rules!" von Windows95man
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Olly Alexander verkündete die Punkte von Großbritannien


Die finnischen Superstars Erika Vikman und Käärijä bei einer Pressekonferenz im Rahmen des UMK (Bild: Fabian Girschick)

Damit zeigt Finnland, dass das Motto "Die Finnen, die spinnen" teilweise vielleicht nicht ganz aus der Luft gegriffen ist – wenn auch auf eine charmante Art und Weise. Schließlich gibt es bei den Finn*innen, wie auch der Sieger-Titel anklingen lässt, so gut wie keine Regeln, außer gute Laune zu haben. Diese wurde auch besonders durch die vielen Gast-Auftritte beim UMK befeuert, zu denen etwa auch Käärijä und Erika Vikman zählten.

Zudem sorgten auch die Punkte-Bekanntgaben der internationalen Jury beim UMK für große Lacher. Der queere Popstar Olly Alexander, der dieses Jahr Großbritannien beim ESC vertreten wird, verkündete die Punkte vom Vereinigten Königreich per Live-Stream. Denn neben den Publikumsstimmen via Telefon entscheidet beim UMK tatsächlich auch eine internationale Jury über den Sieger mit.

Tampere – eine Stadt für alle ESC-Fans und Queers


Tampere kann nicht nur Party, sondern bietet auch eine malerische Landschaft (Bild: Fabian Girschick)

Neben dem finnischen ESC-Vorentscheid gab es das ganze Wochenende aber auch viele weitere Highlights in Tampere zu erleben. Denn in Bars wurden die ESC-Klassiker rauf und runter gespielt, Cocktails bekamen die Namen bekannter ESC-Künstler*innen oder -Sieger-Songs und selbst die Trams verwandelten sich mit DJs in ein Tanzlokal. Zudem wurden zahlreiche Gebäude in den Farben des UMKs – pink und lila – angestrahlt. Damit bewies Tampere, dass sie nicht nur eine "ESC-Wannabe-Stadt" ist, sondern auch tatsächlich das Potenzial hierfür besitzt.

Zudem ist Tampere – auch abseits des ESC – ein sehenswerter Ort für queere Menschen, denn der Nachtclub "Mixei" ist der älteste, noch aktive Gay-Club in Finnland. Und mit den vielen öffentlichen Saunen bleibt auch der bei vielen queeren Männern beliebte feucht-fröhliche Dampf-Spaß nicht auf der Strecke liegen.

-w-