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Baden-Württemberg

Verbesserte Hilfsangebote für queere Geflüchtete

Das Land fördert in einem zweijährigen Projekt die Anlaufstellen in Mannheim, Stuttgart und Freiburg.

  • 13. Februar 2024, 18:52h 3 Min.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg fördert für zwei Jahre die Unterstützung von queeren geflüchteten Menschen. Ziel ist es, die Kapazitäten bereits bestehender – zum Teil ehrenamtlicher Angebote – der Anlaufstellen in Mannheim, Stuttgart und Freiburg zu erhalten und auszubauen und so die Unterstützungslage von queeren Geflüchteten in ganz Baden-Württemberg nachhaltig zu verbessern.

Das gab das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg bekannt. Das Projekt setze gezielte Maßnahmen ein, um die spezifischen Hürden queerer geflüchteter Menschen abzubauen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und ihnen die Integration zu erleichtern. Dazu gehören spezialisierte Beratung, der Ausbau von Gruppen- und Empowerment-Angeboten, sowie Sensibilisierungsmaßnahmen für Menschen in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit. Außerdem können die Ehrenamtlichen gestärkt werden, die mit hohem Engagement daran beteiligt sind, die häufig mehrfach traumatisierten Menschen aus der sozialen Isolation zu holen und gesellschaftlich zu integrieren.

"Das neue Projekt sehen wir als einen ersten wichtigen Schritt", sagt Corinna Wintzer vom Sprechendenrat des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, "würden uns aber wünschen, dass das Land mehr Anstrengungen unternimmt, Geflüchtete mit besonderem Schutzbedarf zu identifizieren, damit es nicht dem Zufall überlassen bleibt, dass sie die Hilfsangebote auch finden."

Das Projekt wird durch das Netzwerk koordiniert, die konkrete Umsetzung erfolgt durch die drei queeren Beratungsstellen PLUS Rhein-Neckar e.V. in Mannheim und Heidelberg, Rosa Hilfe Freiburg e.V. in Freiburg und Weissenburg e.V. in Stuttgart in Kooperation mit Amnesty International. Die Beratungsstellen engagieren sich schon seit vielen Jahren erfolgreich für queere Geflüchtete.

"Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Bedeutung unserer Arbeit auch auf Landesebene gesehen und unterstützt wird", sagt Kristin Pelzer, Projektkoordinatorin und Mitarbeiterin bei PLUS e.V. "Seit Jahren kämpfen wir dafür, die Situation von queeren geflüchteten Menschen in Baden-Württemberg zu verbessern. Dieses Projekt ist ein Meilenstein auf dem Weg hin zu nachhaltigen Strukturen, die langfristige Veränderung bewirken. Die Förderung durch das Ministerium unterstreicht die Bedeutung des Projekts und die Verpflichtung zur Schaffung eines sicheren und diskriminierungsfreien Umfelds für queere Geflüchtete."

Der Anteil von queeren Menschen in der Gruppe der Geflüchteten wird laut der Pressemitteilung des Netzwerks von Expert*innen auf 10 Prozent oder sogar mehr geschätzt. Bei ihrer Ankunft in Deutschland seien sie jedoch häufig weiterer Diskriminierung ausgesetzt. Sie fänden erschwert Zugang zu Hilfsangeboten und lebten oft isoliert, allein gelassen mit den Folgen traumatisierender Erlebnisse, ohne ausreichenden Schutz und ohne Möglichkeit, in Kontakt mit queeren Strukturen zu kommen. (cw/pm)

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