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Polen

TV-Moderator entschuldigt sich für jahrelange Queer­feindlichkeit im Staatsfernsehen

Wojciech Szeląg interviewte im polnischen Nachrichtensender TVP Info queere Aktivist*innen – nicht ohne sich vorher für Missetaten seines Arbeitgebers zu entschuldigen.


Der Historiker und Journalist Wojciech Szeląg, der erst seit Januar für TVP arbeitet, bittet queere Menschen um Entschuldigung (Bild: TVP)

  • 14. Februar 2024, 11:40h 2 Min.

Ein bemerkenswerter Auftritt des neuen Moderators Wojciech Szeląg im polnischen Nachrichtensender TVP Info: Der 56-Jährige begann in der Sendung "Gast des Abends" das Interview mit den LGBTI-Aktivist*­innen Bart Staszewski and Maja Heban mit den Worten: "Viele Jahre lang sind in Polen schandhafte Worte gegen Menschen gerichtet worden, nur weil sie für sich selbst festlegen, wer sie sind und wen sie lieben. LGBT sind keine Ideologie, sondern Menschen: mit Namen, Gesichtern, Liebsten und Freunden. All diese Menschen sollten heute von irgendwo die Worte 'Es tut mir leid' hören. Deshalb bitte ich um Entschuldigung."

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Szeląg spielt damit auf die Zeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens unter der PiS-Regierung in den Jahren 2015 bis 2023 an, in denen die rechtspopulistische Partei die Sender in eine Art Staatsfernsehen umbaute, das die Regierungslinie vertrat. Queere Menschen wurden dabei oft als Gefahr für die Zivilisation dargestellt. TVP spionierte zu dieser Zeit etwa queere Aktivist*­innen aus (queer.de berichtete). Szeląg selbst ist für diese Homophobie übrigens nicht verantwortlich: Er stieß erst Anfang Januar zu TVP, also nach der Regierungsübernahme von Donald Tusk (queer.de berichtete). Die Tusk-Regierung versprach, TVP wieder zu einem von der Staatsführung unabhängigen Sender umzubauen.

Bart Staszewski gerührt von Entschuldigung

LGBTI-Aktivist Bart Staszewski zeigte sich nach der Entschuldigung des Moderators gerührt: Er sei danach "fast in Tränen ausgebrochen", erklärte er gegenüber der britischen BBC. Unter der PiS sei TVP Info "ein Werkzeug, das Hass gegen Menschen wie mich verbreitet", gewesen.

/ BartStaszewski | Bart Staszewski zeigt die Regenbogenfahne im polnischen Parlament
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Anfang Januar sind erstmals nach dem Ende der PiS-Herrschaft LGBTI-Aktivist*innen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit einer Regenbogenfahne aufgetreten – und verkündeten das "Ende der Homophobie" bei TVP (queer.de berichtete). (dk)

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