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Afghanistan

Taliban schalten queer.af ab

Die afghanische Internet-Endung .af war bislang auch im Westen populär. Doch die Taliban drehen jetzt den Saft ab.


Taliban-Kämpfer im Jahr 2021 (Bild: Voice of America News)

Die islamistische Regierung von Afgahnistan hat laut einem Bericht der Infoseite "404 Media" die Domainadresse "queer.af" abschalten lassen. Die Domain war demnach seit Juli 2018 gültig, also bevor die Taliban die Kontrolle im Land übernommen haben. Dabei handelte es sich um eine Gruppe der dezentralen Social-Media-Plattform Mastodon, die ein Ort für Menschen sein sollte, "die queer oder halb-queer sind und eine angenehmere Social-Media-Erfahrung mögen".

Die länderspezifische Top-Level-Domain .af steht für Afghanistan, wurde aber gerade im englischsprachigen Bereich gerne verwendet, weil es sich auch um die Abkürzung für "as fuck" handelt. Diese beiden Worte werden im Englischen in der Regel an Adjektive angehängt, um diese zu verstärken (etwa wie das deutsche Adverb "sehr" vor einem Adjektiv).

Es ist nicht unüblich, dass länderspezifische Top-Level-Domains zweckentfremdet werden. Der Inselstaat Tuvalu generiert etwa viele Einnahme mit seiner Domain .tv, die weltweit von Fernsehsendern verwendet wird.

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Auch andere Seiten betroffen

Die Besitzer*innen von queer.af erklärten laut "404 Media", kürzlich eine E-Mail vom afghanischen Informationsministerium erhalten zu haben. Darin wurde die Suspendierung der Top-Level-Domain ohne Angabe von Gründen genannt. Dieses Schicksal habe weitere registrierte .af-Seiten betroffen. Der Domain-Provider "Gandi", bei dem auch queer.af gebucht wurde, hatte etwa bereits 2020 neue Registrierungen von .af-Domains beendet und im November 2022 die Möglichkeit der jährlichen Erneuerung abgeschaltet. Es sei aber dennoch überraschend, dass die Taliban ausländische Besitzer*innen sofort aus ihren .af-Domains drängen.

Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hat sich die Situation queerer Menschen in Afghanistan erheblich verschlechtert. So gibt es mehrere Berichte über Auspeitschungen wegen Homosexualität (queer.de berichtete). Queeren Menschen droht außerdem nach dem islamischen Scharia-Recht die Todesstrafe. (dk)

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