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Staatshomophobie

Regierung in Simbabwe bezeichnet queeres Stipendium als "teuflisch"

Simbabwes Regierung stuft Uni-Stipendien für queere Menschen als Verstoß gegen die Verfassung ein. Nun plant sie Gegenmaßnahmen.


Vizepräsident Constantino Chiwenga bezeichnet gleich­geschlechtliche Liebe als "unafrikanisch" (Bild: IMAGO / Xinhua)

  • 16. Februar 2024, 11:04h 2 Min.

Die Regierung in Simbabwe hat ein Stipendien-Angebot für queere Menschen als "teuflischen Versuch" bezeichnet, junge Menschen zu sexuellem Fehlverhalten zu verführen. Homosexualität sei "rechtswidrig, unchristlich, anti-simbabwisch und unafrikanisch", teilte Vize-Präsident Constantino Chiwenga in der Nacht zum Freitag mit. Die Regierung reagierte auf eine Anzeige der Organisation "Gays and Lesbians of Zimbabwe" (GALZ), die Hochschulstipendien für Studierende anbietet, die sich als Mitglieder der LGBTI-Community identifizieren.

Die Stipendien seien "eine finstere, hinterhältige Verschwörung", um junge Menschen zu "abscheulichen" sexuellen Praktiken zu rekrutieren, hieß es in der Regierungsmitteilung. Das Stipendien-Angebot sei rechtswidrig und kriminell und ein "grober Verstoß" gegen Simbabwes Werte als christliche Nation, sagte Chiwenga. Die Regierung werde nicht zögern, geeignete Maßnahmen zum Schutz und zur Verteidigung nationaler Werte zu ergreifen, hieß es weiter.

In dem 17-Millionen-Einwohner-Land im südlichen Afrika ist die gleich­geschlechtliche Ehe verfassungsrechtlich verboten. Auf männliche Homosexualität steht zudem eine Haftstrafe von 14 Jahren. Diskriminierung, Gewalt und Belästigung queerer Menschen sind weitverbreitet.

Simbabwe war jahrzehntelang von Diktator Robert Mugabe regiert worden, der Homosexuelle als "schlimmer als Hunde und Schweine" bezeichnet hatte und brutal verfolgen ließ. Er hatte auch mehrfach den "Unzuchtsparagrafen" genutzt, um politische Gegner auszuschalten. Nach seinem eher unfreiwilligen Rücktritt 2017 machten sich queere Aktivist*innen Hoffnungen auf eine Liberalisierung (queer.de berichtete). Mugabe starb 2019 im Alter von 95 Jahren (queer.de berichtete).

Auch in zahlreichen anderen afrikanischen Ländern werden Mitglieder der LGBTI-Community gesetzlich diskriminiert und strafrechtlich verfolgt. Laut Human Rights Watch liegen 33 der 69 Länder, die Homosexualität verbieten, in Afrika. In mehreren Ländern gilt auch die Todesstrafe, darunter auch seit letztem Jahr in Uganda (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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