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Terminüberschneidung

Ignorante Behörden: CSD Stuttgart muss sich einschränken

Wegen der Fußball-EM wurde das Musikfestival jazzopen Stuttgart in diesem Jahr verschoben und kollidiert nun mit dem Christopher Street Day. Die Pride-Organisator*innen erfuhren davon durch Zufall aus den Medien.


Szene vom CSD Stuttgart 2022 (Bild: IG CSD Stuttgart e.V.)
  • 17. Februar 2024, 13:51h 3 Min.

Der CSD Stuttgart muss sich in diesem Jahr einschränken. Wie die Veranstalter*innen am Freitag mitteilten, kommt es am 27. und 28. Juli 2024 aufgrund der Fußball-EM zu einer Terminkollision. So wurde mit Rücksicht auf das Public Viewing auf dem Schlossplatz das Musikfestival jazzopen in Absprache mit Land und Stadt um eine Woche nach hinten verlegt – und überschneidet sich nun mit Demoparade und Straßenfest zum CSD.

Detlef Raasch, Vorstandsmitglied der IG CSD Stuttgart e.V., erfuhr von der Terminüberschneidung nach eigenen Angaben durch Zufall aus der Presse. "Wir veranstalten den CSD seit 23 Jahren in Stuttgart. Dass das Land diesen Termin immer noch vergessen kann, das ärgert mich außerordentlich", kritisierte er in einem SWR-Interview. "Es zeigt, wie wenig Wertschätzung uns gegenüber gebracht wird." Der CSD finde seit 1979 immer am gleichen Ort und immer am letzten Juli-Wochenende statt.

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Krisentreffen mit der Stadt

Bei einem Krisentreffen mit Vertreter*innen von Stadt und jazzopen wurde dann ein Kompromiss gefunden: "Wir haben uns darauf verständigt, dass unsere Demo und Abschlusskundgebung am Samstag, den 27. Juli, wie üblich stattfinden können", so Raasch. "Jedoch wird der Beginn der Demonstration weiter nach vorne verlegt werden müssen."

Die härteste Einschränkung: Wegen der überschneidenden Akustik und der damit verbundenen, möglichen negativen Auswirkungen auf die parallel stattfindenden Veranstaltungen auf dem Stuttgarter Schlossplatz steht der Schillerplatz in diesem Jahr nicht für das Straßenfest zur Verfügung. Die Open-Air-Disco wird in diesem Jahr auf den Rotebühlplatz und die angrenzenden Straßen innerhalb des City-Rings verlegt werden. Die "Infomeile" schließt sich dort nahtlos an.

"Die Verlegungen stellen uns jedoch vor neue und große Herausforderungen", sagte Raasch. Man könne noch nicht abschätzen, welche Auswirkungen die neuen Locations auf die Zusammenarbeit mit Sponsor*innen und Standbetreiber*innen haben werden, welche die Finanzierung des CSD gewährleisten. Raasch rechnet mit finanziellen Einbußen im fünfstelligen Bereich. Er hoffe deshalb auf finanzielle Unterstützung aus der Politik, um den Rückschlag auszugleichen.

Der CSD Stuttgart stand auf der Kippe

Obwohl sie den CSD-Termin zunächst vergessen hatten und trotz der Einschränkungen dankte Raasch den Vertreter*innen der Stadt. "Denen gilt mein größter Dank, wenn sie nicht schnellstmöglich gemeinsam mit uns und den Veranstaltern der jazzopen eine Lösung gesucht hätten, hätten wir den CSD in diesem Jahr absagen müssen", so der Pride-Organisator im SWR-Interview.

Die CSD-Kulturwochen mit diversen Veranstaltungen finden in diesem Jahr vom 12. bis 28. Juli 2024 statt, mit Demo und Kundgebung am Samstag, den 27. Juli, und Straßenfest und Infomeile auch am Tag darauf. Als Schirmpersonen fungiert in diesem Jahr ein multireligiöses Bündnis (queer.de berichtete). (cw)

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