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Kinostart "Good Boy"
Abgefahrener Romance-Horror aus Skandinavien
Nach dem ersten Date ist Sigrid klar: Christian ist eine zehn von zehn. Nur dass er mit einem erwachsenen Mann im Hundekostüm zusammenlebt, findet sie komisch. Tolerant wie sie ist, trifft sie ihn weiter – mit beängstigenden Folgen.

Frank (Nicolai Narvesen Lied) will doch nur spielen, oder? (Bild: Blue Finch Films Releasing / 24 Bilder)
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19. Februar 2024, 04:47h 3 Min.
Goldene Regel fürs Fernsehen und für Dates: Tiere gehen immer. Deshalb ist Sigrid auch entzückt, als Christian beim ersten Kennenlernen von seinem Hund erzählt. "Schwer zu erklären", antwortet er auf ihre Frage nach der Rasse. Das versteht die erfolglose Studentin nicht ganz, gibt sich aber damit zufrieden. Denn sie ist entzückt von ihrem Gegenüber: Christian, der hübsche Junggeselle, sitzt mit Anzug und Krawatte am Tisch. Sigrid trägt eine Jogginghose, ist zu spät und zu viel am Handy.
Christian nimmt Sigrid mit nach Hause, was in seinem Fall heißt: In eine herrschaftliche Villa voller Designermöbel. Die beiden verbringen die Nacht miteinander – ein rundum gelungenes erstes Date, könnte man sagen. Bis Sigrid am nächsten Morgen den Hund kennenlernt. Der frisst aus einem Napf, hechelt und bellt, doch von wegen Vierbeiner: Frank ist ein Mann im Hundekostüm. Sigrid stürzt geschockt davon...
Beim Multimillionär ist Sigrid tolerant

Poster zum Film: "Good Boy" startet am 22. Februar 2024 im Kino
Zurück zu Hause erzählt sie ihrer Mitbewohnerin vom Date: Christian ist eine zehn von zehn, wenn Frank nicht wäre. Als sie ihr ein Foto zeigt, kann die es kaum glauben. Christian ist ein bekannter Erbe eines Multimillionärs. Eine Info, die Sigrid die Sache ganz anders beurteilen lässt. Ach, was soll's, wir sind doch so tolerant. Fetische und Vorlieben akzeptieren wir. Sie schaut sich ein Youtube-Video über Pet-Player an und fährt noch am selben Abend zurück zu Christian.
Dass das jedoch ein Fehler war, kann das Publikum schon ahnen, wenn es das Filmplakat kennt. Da sieht der Hund Frank nämlich blutrünstig und gar nicht lieb aus. Dabei findet Sigrid immer mehr Gefallen an ihm, sie kuschelt und tobt mit Frank. Oder will sie es sich bloß nicht mit ihrem schwerreichen Date versauen? Es reicht ein einziger Satz, und "Good Boy" verwandelt sich von der Romanze in einen Psychothriller.
Richtige Mischung aus sexy und mysteriös
Dieser Wechsel gelingt hervorragend. Der Film, geschrieben, inszeniert, gedreht und geschnitten vom Norweger Viljar Bøe, ist genauso spannend wie abgefahren. Die Figuren handeln von außen betrachtet nicht immer logisch oder konsequent, für Genre-Verhältnisse aber schon. "Good Boy" spielt mit Tier-Horror-Erwartungen – und löst dann insgesamt ziemlich genau das ein, was er verspricht.
Dass der mit 76 Minuten knackige Film eine günstige Produktion ist, merkt man dabei kaum. Locations, Kameraarbeit und Kostüme sind hochwertig. Gard Løkke als Christian ist genau die richtige Mischung aus sexy und mysteriös, und auch Katrine Lovise Øpstad überzeugt in ihrer Rolle als Sigrid. Hier ist keine Spur von Trash, weder beabsichtigt noch unfreiwillig.
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Doch "Good Boy" ist mehr als nur ein unterhaltsamer Genrefilm aus Nordeuropa: Themen wie Online-Dating, Fetisch und vermeintlich liberale Werte verhandelt er zwar nicht tiefgründig, kratzt aber auch nicht nur an der Oberfläche. Eine moralische Aussage darf man sich dabei freilich nicht erwarten, wie dies auch bei "Knock at the Cabin" der Fall war. In dem Thriller aus dem Frühjahr sollte sich eine Regenbogenfamilie opfern, um die Welt zu retten. Keine Angst also vor Dates mit Pet-Playern. Die meisten Puppys sind nämlich ganz harmlos.
Good Boy. Horrorthriller. Norwegen 2022. Regie: Viljar Bøe. Cast: Gard Løkke, Katrine Lovise Øpstad Fredriksen, Amalie Willoch Njaastad, Nicolai Narvesen Lied. Laufzeit: 76 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 16. Verleih: 24 Bilder. Kinostart: 22. Februar 2024
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