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Neue Partei

Werteunion warnt vor "Frühsexualisierung" und "Genderideologie"

Die Werteunion präsentiert sich als Alternative zu CDU und CSU. Beim Thema LGBTI-Rechte ist die Partei aber voll auf der Linie der rechtsextremen AfD.


Hans-Georg Maaßen ist der Parteichef der Werteunion (Bild: Opposition 24 / flickr)

  • 19. Februar 2024, 12:07h 2 Min.

Die Werteunion um den früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen hat am Samstag eine Partei gegründet und will rechts von der Union um Wähler*innen werben. In ihrem elfseitigen Gründungsprogramm (PDF) zeigt die Partei dabei, dass sie bei der Frage von LGBTI-Rechten einen ähnlichen Kurs wählt wie die rechtsextreme AfD. So verwendet sie ebenfalls die Kampfworte "Frühsexualisierung" und "Genderideologie", mit der gegen die Anerkennung von queeren Menschen Stimmung gemacht wird und diese als Gefahr für Kinder und Jugendliche dargestellt werden.

Wörtlich heißt es in dem Programm: "Wir brauchen eine erkennbare Willkommenskultur für Kinder. Kinder müssen vor allem in Kitas und Schulen vor Frühsexualisierung und Genderideologie geschützt werden." Worte wie Menschenrechte oder auch Konzepte wie Nichtdiskriminierung sucht man im Programm vergeblich.

Maaßen ist Parteichef

Maaßen, der vergangenes Jahr in Thüringen eine rassistische und queerfeindliche Rede gehalten hatte, wurde einstimmig zum Vorsitzenden der neuen Partei gewählt. Für die Gründung hatten sich Maaßen und seine Anhänger*innen auf einem gecharterten Ausflugsschiff auf dem Rhein nahe Remagen getroffen.

Die Werteunion soll laut Maaßen bei den Landtagswahlen im September in Brandenburg, Sachsen und Thüringen antreten, nicht aber bei der Europawahl im Juni – das sei zu kurzfristig. Zudem will die Werteunion an der Bundestagswahl im nächsten Jahr teilnehmen. Das Ziel ist laut Maaßen, eine "Politikwende" in Deutschland herbeizuführen.

An der Ablegestelle des Schiffes mit den Vertreter*innen der Werteunion an Bord demonstrierten am Samstag nach Angaben einer dpa-Reporterin ein paar Dutzend Menschen, darunter Vertreter*innen der Grünen und der Linken, gegen die neue Partei. 

Maaßen sagte, man habe sich nahe Bonn versammelt, weil die Werteunion anknüpfen wolle an die Bonner Republik. "Wir wollen einfach zurück in die Zukunft. Die Zukunft kann nur wertegebunden sein, indem wir die Werte, die die alte Bundesrepublik stark gemacht haben, die alte CDU stark gemacht haben, wieder nutzen als Mittel, als Möglichkeiten, die Probleme von heute und vor allem von morgen zu bewältigen", sagte er.

Zur Erinnerung: Die Bonner Republik war auch geprägt von Schwulenverfolgung. Bis 1969 galt der Paragraf 175 in seiner Nazi-Version, erst 1994 wurde er vollständig abgeschafft. (dpa/dk)

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