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Großbritannien
J.K. Rowling spendet 82.000 Euro an transfeindliche Kampagne
Die "Harry Potter"-Autorin will mit einer Großspende erreichen, dass die Rechte von trans Frauen eingeschränkt werden.

J.K. Rowling bei einer Filmpremiere in London im März 2022 (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
- 19. Februar 2024, 15:06h 2 Min.
Die 58-jährige britische Schriftstellerin J.K. Rowling hat am Freitag laut Berichten in mehreren britischen Zeitungen 70.000 Pfund (82.000 Euro) an die transfeindliche Organisation "For Women Scotland" (FWS) gespendet. Die feministische Organisation will erreichen, dass trans Frauen, deren Geschlechtseintrag geändert worden ist, nicht die gleichen Rechte – etwa Diskriminierungsschutz – wie andere Frauen erhalten.
Den Geschlechtseintrag in Großbritannien zu ändern, ist nicht leicht: So erhalten trans Frauen die sogenannte "Geschlechtsanerkennungsbescheinigung" (Gender Recognition Certificate) nur, nachdem bei ihnen die sogenannte "Genderdysphorie" diagnostiziert worden ist. Im viel kritisierten und seit Jahrzehnten unterfinanzierten staatlichen Gesundheitssystem NHS kann es mehrere Jahre dauern, bis diese Diagnose gestellt wird.
Rowling: "Das ist wahrhaft ein historischer Fall"
FWS sammelt Geld, weil die Organisation vor dem Supreme Court, dem höchsten Gericht in Großbritannien, gegen die Anerkennung von trans Frauen klagt, wie sie in einem Gleichbehandlungsgesetz ("Equality Act") aus dem Jahr 2010 festgelegt ist. Diese Klage wurde erst am Freitag zugelassen. Nur wenige Stunden später kam in einem Spendenportal eine 82.000-Euro-Spende von einer "JK" bei der Organisation an. Britische Medien konnten diesen Betrag schnell der "Harry Potter"-Autorin zuordnen. Rowling schrieb in einer Mitteilung zu ihrer Spende an die transfeindliche Organisation: "Ihr wisst, wie stolz ich bin, euch zu kennen. Danke für eure harte Arbeit und eure Beharrlichkeit. Das ist wahrhaft ein historischer Fall." Näher öffentlich dazu geäußert hat sie sich aber bislang nicht.
/ ThomasWillett9JK Rowling casually dropping her loose change on a crowdfund to change the definition of sex in the Equality Act, which would strip trans people of their legal protections & cause untold suffering.
Thomas Willett (@ThomasWillett9) February 17, 2024
Rowlings transphobia is blisteringly clear. pic.twitter.com/4cTLM4DoJm
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Rowling macht seit einigen Jahren Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten – und diffamiert trans Frauen oft als Männer und Verbrecher. So sprach sie in einem sarkastischen Twitter-Eintrag über eine trans Frau als eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). Sie brachte außerdem wiederholt trans Frauen mit männlichen Sexualstraftätern in Zusammenhang (queer.de berichtete). 2022 gründete Rowling eine Hilfsorganisation für weibliche Opfer sexueller Gewalt, die trans Frauen pauschal ausschließt (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr sagte die Autorin, sie würde für ihre transfeindliche Haltung sogar ins Gefängnis gehen (queer.de berichtete).
Wegen ihrer unbarmherzigen Einstellung gegenüber geschlechtlichen Minderheiten haben sich bereits mehrere Schauspieler*innen aus den "Harry Potter"-Filmen von der Autorin distanziert, darunter auch Hauptdarsteller Daniel Radcliffe (queer.de berichtete). (dk)














