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USA
Hochstapler George Santos wirft Jimmy Kimmel Betrug vor
Der schwule Ex-Kongressabgeordnete George Santos verklagt den beliebten Late-Night-Talker Jimmy Kimmel, weil dieser einen kuriosen Dienst des Politikers genutzt hat.

Diese Frage kann man fast immer mit "Ja" beantworten… (Bild: Screenshot ABC)
- 20. Februar 2024, 10:18h 2 Min.
George Santos ist wieder in den Schlagzeilen: Der 35-jährige schwule Rechtspopulist, der wegen seiner unzähligen Lügengeschichten und Betrügereien aus dem Kongress geworfen wurde, fühlt sich nun seinerseits betrogen – vom Late-Night-Talker Jimmy Kimmel. Deswegen hat er am Samstag Klage vor einem Bundesgericht in New York eingereicht.
Hintergrund ist, dass Kimmel Santos im Dezember einen Streich spielte: Seine Show schickte fiktive Anfragen an den Republiker über die App Cameo, über die Santos Geld mit persönlichen Videobotschaften verdient. Für 400 Dollar (370 Euro) gratuliert Santos damit beispielsweise zum Geburtstag oder zum Jahrestag. Kimmel schickte mindestens 14 Anfragen an Santos. Der Politiker solle etwa einer Frau zur erfolgreichen Klonung ihres Schnauzers Adolf gratulieren – oder auch dem angeblichen Gewinner eines Hackfleich-Esswettbewerbs, der angeblich rund drei Kilogramm Rind in einer halben Stunde verspeist hat. Das Segment in der Show hieß: "Wird Santos es sagen?" Und am Ende kam heraus: Ja, er wird es sagen.
Jetzt kam die Reaktion des Politikers: "Jimmy-Boy dachte, er könnte betrügerische Methoden nutzen, um meine Urheberrechte zu verletzen. Jetzt muss er die Konsequenzen tragen", erklärte Santos am Sonntag auf X (früher Twitter).

In der Zivilklage behauptet Santos, dass die Videos auf Cameo nicht für eine Ausstrahlung im Fernsehen lizensiert worden seien. So seien die Videos nur für private Zwecke bestimmt, heiße es in den AGBs. Außerdem sei es verboten, unter falschen Namen Profile zu erstellen, um ein Video zu erhalten. Santos' Anwalt Andrew Mancilla erklärte gegenüber der "Washington Post", Kimmels Humor basiere auf "Manipulation und Ausbeutung". Man wolle daher von Kimmel 750.000 Dollar (695.000 Euro) Schadensersatz.
Kimmels Show läuft im Sender ABC, der zum Disney-Konzern gehört. Disney gilt derzeit als eines der Hassobjekte von rechtspopulistischen Republikanern, die der Firma vorwerfen, zu queerfreundlich zu sein (queer.de berichtete).
In sozialen Netzwerken herrscht Erheiterung über den Betrugsvorwurf von Santos, da er selbst mit unzähligen Vorwürfen von Verschwörung, Identitätsdiebstahl und Betrug konfrontiert ist (queer.de berichtete). Dafür muss er sich noch vor einem Gericht verantworten. (dk)













