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Staatshomophobie

"Homo-Propaganda": Polizei beendet "My Little Pony"-Convention in Moskau

Der Kampf des russischen Regimes gegen alles, was es für queer hält, nimmt immer absurdere Züge an: Jetzt wurde sogar ein Treffen von Fans einer harmlosen amerikanischen Zeichentrickserie verboten.


Für die russische Staatsmacht ist sogar ein Pony in den russischen Farben "Homo-Propaganda"

  • 20. Februar 2024, 11:57h 2 Min.

Die russische Polizei hat am Wochenende die "Mein kleines Pony"-Convention "Mi Amore Fest" in Moskau wegen des Verdachts auf "Homo-Propaganda" aufgelöst. Die Organisator*­innen erklärten laut der Nachrichtenagentur AP jedoch, dass die Behörden keinerlei Hinweise dafür gefunden hätten, dass bei dem Event Werbung für "nichttradionelle Beziehungen" gemacht worden sei. Bei der Convention sollte unter anderem Live-Musik aufgeführt und Merchandising-Produkte verkauft werden.

Hintergrund ist, dass Russland erst im Januar die "Internationale LGBT-Bewegung" als extremistische Vereinigung verboten und damit den Weg für willkürliche strafrechtliche Verfolgungen freigemacht hat (queer.de berichtete). Seither geht die Staatsmacht vermehrt gegen alles vor, was nach Ansicht der Behörden "nichttraditionelle Beziehungen" darstellt. Erst kürzlich wurde eine Frau verurteilt, weil sie (eigentlich noch vor dem Inkrafttreten der neuen Einstufung) auf Instagram eine Regenbogen­fahne gezeigt hatte (queer.de berichtete). Eine andere Frau musste sogar ins Gefängnis, weil sie Regenbogen-Ohrringe getragen hatte (queer.de berichtete). Bereits zuvor konnte ähnliches gemäß dem Gesetz gegen "Homo-Propaganda" mit Bußgeldern belegt werden.

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Die amerikanische Zeichentrickreihe "Mein kleines Pony", die auf einer Serie von Spielzeugponys aus Kunststoff von Hasbro basiert, richtet sich eigentlich an Kinder, hat aber auch unter Erwachsenen Fans. Erst im Dezember hatte das größte Streamingportal Russlands die Serie erst ab 18 Jahren freigegeben, offenbar aus Angst vor der staatlichen Homophobie (queer.de berichtete). Hintergrund ist, neben der rosafarbenen Bildsprache, dass in der letzten Staffel 2019 erstmals Holiday und Lofty, die lesbischen Tanten der Hauptfigur Scootaloo, vorgestellt worden sind. Zudem enthält die Serie die Hauptfigur Rainbow Dash, die zwar nicht ausdrücklich als queer dargestellt wird, aber wegen ihrer Regenbogenmähne und ihres Regenbogenschweifs bereits kritisiert wurde.

"Pony"-Convention ersetzte Regenbogenfahne mit der Flagge Russlands

Die Veranstalter*innen in Moskau versuchten ein behördliches Verbot zu verhindern, indem sie in der Einladung ein Pony zeigten, dass statt der Regenbogenmähne die Farben der russischen Flagge trug. Dies konnte die Polizei aber offenbar nicht überzeugen.

Zwar setzt das Putin-Regime schon seit Jahren auf Staatshomophobie, allerdings hat sich die Lage seit seines Überfalls auf die Ukraine Anfang 2022 stark verschlechtert. Queere Menschen sind ein besonders beliebtes Ziel russischer Propagandist*innen, die immer wieder einen vermeintlich aus dem Westen importierten "Werteverfall" anprangern. (cw)

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