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Thüringen

AfD-Veranstaltung: Frau entreißt Protestierenden eine Regenbogen­fahne

Bei einem "Bürgerdialog" der AfD in Thüringen macht eine Regenbogenfahne die Anwesenden wütend.


Die Protestaktion wurde von Fernsehkameras festgehalten (Bild: Screenshot ntv.de)

  • 22. Februar 2024, 09:48h 2 Min.

Am Dienstagabend ist es bei einer Veranstaltung der AfD mit Rechtsextremist Björn Höcke im thüringischen Nordhausen zu einem Zwischenfall gekommen: Zwei Protestierende liefen laut einem ntv-Bericht während der Rede Höckes auf dem "Bürgerdialog" mit der Regenbogen­fahne durch den Saal, was zu Buh-Rufen im Publikum führte. Außerdem skandierten die Besucher*­innen "Raus hier". Eine Frau mit Rollator kam schließlich auf die beiden Protestierenden zu und entriss ihnen wild artikulierend die Fahne. Danach wurde das Duo von Sicherheitsleuten aus dem Saal gedrängt.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Asylchaos in Nordhausen". Auch vor dem Veranstaltungsort gab es Proteste: 300 Menschen nahmen an einer stillen Demonstration unter dem Motto "Das Licht sein für Demokratie" teil. Sie trugen dabei Plakate mit Aufdrucken wie "Es ist kurz vor 1933" oder "Separate trash, not people".

Höcke hatte in der Vergangenheit immer wieder mit queer­feindlichen Sprüchen für Kritik gesorgt. So beschwerte er sich über die "verschwuchtelte Polizei" oder bezeichnete den Westen abwertend als "Regenbogen-Imperium".

In Thüringen wird im September – wie auch in Sachsen und Brandenburg – gewählt. In allen drei Ländern führt die AfD die Umfragen gegenwärtig an. Die angebliche Brandmauer gibt es im dem Bundesland nur bedingt: Im Kampf gegen die Gendersprache hat etwa die CDU mit der rechtsextremen Fraktion gemeinsame Sache gemacht (queer.de berichtete).

AfD beklagt im Bundestag "LGBTI-Propaganda"

In der LGBTI-Politik hat sich die AfD in den letzten Jahren immer weiter radikalisiert. So bringt die Bundestagsfraktion am Donnerstagnachmittag im Bundestag einen Antrag (PDF) ein, in dem nebenbei Länder wie Ungarn dafür gelobt werden, "die abendländischen Werte" gegen "LGBTI-Propaganda für Minderjährige und die totalitäre Gender-Ideologie als Wiedergänger des Totalitarismus des 20. Jahrhunderts" zu verteidigen.

Im Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, sich nicht in die "inneren Angelegenheiten" von unter anderem queerfeindlichen Staaten einzusetzen. Wörtlich heißt es: "Einmischungen in die inneren Angelegenheiten, wie der vom deutschen Botschafter mitunterzeichnete Brief gegen die vermeintliche Diskriminierung von LGBTI in Polen, sind fehl am Platze." Dabei geht es um einen Brief aus dem Jahr 2020, in dem sich 50 Botschafter*innen besorgt über die Einschränkung der Rechte für queere Menschen unter der PiS-Regierung geäußert hatten (queer.de berichtete). (cw)

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