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Berliner Tourismusmesse

ITB 2024: "LGBTQ+ Tourism Pavillon" und Werbung für Verfolgerstaat

Bei der großen Tourismus-Messe in Berlin gibt es mit dem "LGBTQ+ Tourism Pavillon" wieder eine zentrale Plattform für die weltweite LGBTQ+-Tourismusbranche. Als Partnerland hat die ITB allerdings erneut einen Verfolgerstaat ausgesucht.


Archivbild: Wodka-Verkostung im "LGBTQ+ Tourism Pavillon" auf der ITB Berlin 2019 (Bild: ITB Berlin)

  • 26. Februar 2024, 10:45h 3 Min.

Queere Reisende haben bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), der Leitmesse der internationalen Tourismusindustrie, wieder einen eigenen Anlaufpunkt: Im "LGBTQ+ Tourism Pavillon" in Halle 4.1 zeigen renommierte Aussteller wie das spanische Valencia, Ausrichter der Gay Games 2026, was sie zu bieten haben. Networking-Events und wegweisende Vorträge auf der eigenen Pavillon-Bühne sowie im "ITB Berlin Kongress" runden das Angebot vom vom 5. bis zum 7. März ab.

Premiere feiert etwa die "Tomontour Podcast Lounge". Hier werden während der Messelaufzeit Podcasts mit Touristiker*innen und Hotelmanager*innen aufgenommen, die über Kuriositäten aus dem touristischen Alltag berichten. Die Podcasts werden anschließend auf den gängigen Streaming-Portalen veröffentlicht.

Namhafte Unternehmen wie München Tourismus, die internationale queere Organisation IGLTA oder Tomontour präsentieren ein umfangreiches Angebot rund um den queeren Tourismus. Erstmals dabei sind Aussteller wie Choose Chicago und die LGBTQ+ Wedding Conference. Offizielle Partner des Segments sind in diesem Jahr Turisme Comunitat Valenciana mit Benidorm und Valencia sowie Vacaya, ein amerikanischer Veranstalter von Kreuzfahrten und LGBTQ+-Resorts.

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"Travel Risk Map 2024" wird vorgestellt

Auf der "LGBTQ+ Tourism Pavillon Stage" stehen an allen drei Messetagen eine Reihe von Präsentationen, Vorträgen, Experteninterviews und Podiumsdiskussionen auf der Agenda. Am 5. März wird A3M Global Monitoring ab 13.30 Uhr etwa die "Travel Risk Map 2024", eine Sicherheitslandkarte der Welt mit Risikoklassifizierung aus queerer Perspektive, vorstellen. Danach gibt es eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Understand Gen Z travellers and their preferences in LGBTQ+ Tourism". Weitere Themen sind etwa die sich entwickelnde Landschaft der "LGBTIQ+-Inklusion".

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr findet am 7. März ab 19 Uhr im Ritz Carlton Berlin wieder die ITB Diversity Gala statt, die mit einer "Silent Auction" die IGLTA-Stiftung unterstützt. Im Rahmen der Veranstaltung werden der "ITB LGBTQ+ Tourism Pioneer Award" und erstmals der "ITB LGBTQ+ Destination Award" verliehen, mit dem die ITB Destinationen, touristische Leistungsträger oder herausragende Persönlichkeiten im queeren Tourismus ehrt.

Die ITB Berlin ist seit 1966 die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie. Unter dem diesjährigen Motto "Pioneer the Transition in Travel & Tourism. Together." diskutieren Top-Speaker*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf vier Bühnen mit insgesamt 17 Themen-Bereichen vor einem Publikum aus mehr als 24.000 Gästen die Branchen-Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Auf der ITB Berlin 2023 stellten rund 5.500 Aussteller aus 161 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen mehr als 90.000 Besucher*innen vor.

ITB wirbt für Verfolgerstaat Oman

Obgleich sich die Messe queerfreundlich gibt, hat die ITB in diesem Jahr mit dem Oman erneut ein Partnerland ausgesucht, das Homosexualität unter Strafe stellt – Schwulen und Lesben drohen wegen ihrer sexuellen Orientierung bis zu drei Jahre Haft (queer.de berichtete). Eigentlich hatte die ITB vor der Corona-Krise gelobt, künftig keine Verfolgerstaaten mehr zu akzeptieren. Ab 2022 sollte ein Verhaltenskodex gelten, den die Partnerländer unterzeichnet müssen. Darin sollte etwa enthalten sein, dass Tourist*innen weder wegen ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft diskriminiert werden dürften (queer.de berichtete). Anschließend vergaß man in der Hauptstadt offenbar, den Kodex umzusetzen. (cw)

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