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Zeitungsbericht

Nemo fährt nach Malmö: Schweiz schickt nichtbinäre Person zum ESC

Die Schweiz entsendet dieses Jahr offenbar einen nichtbinären Musikstar ins Rennen um die ESC-Krone.


Wird Nemo als schweizerischer Clownfisch den ESC in Malmö aufmischen? (Bild: Instagram / Nemo)
  • 27. Februar 2024, 08:47h 2 Min.

Eigentlich soll der schweizerische Act für den Eurovision Song Contest erst am Donnerstag im Fernsehen bekanntgegeben werden. Doch die Boulevardzeitung "Blick" ist sich schon sicher, wer das Land in Malmö vertreten wird: das nichtbinäre Gesangstalent Nemo (24) aus der zweisprachigen Stadt Biel am Röstigraben. Laut "Blick" bestätigten "mehrere unabhängige Quellen aus der Schweizer Musikszene und aus dem Umfeld des Fernsehsenders [SRF]" die Teilnahme.

Der SRF hatte dieses Jahr um die Einsendung von Titeln für den ESC gebeten. Aus 472 eingeschickten Songs wählte dann ein Panel aus mindestens 240 internationalen Jurymitgliedern sowie eine 30-köpfige Jury von Expert*innen den Siegertitel aus. Das Lied soll am Donnerstag im SRF erstmals vorgestellt werden. Einen Vorentscheid, bei dem das TV-Publikum den Sieger-Act mitbestimmen kann, gab es im SRF zuletzt 2018.

Mehrere Hits auf Schweizerdeutsch

Nemo ist in der Schweiz bereits bekannt. Der größte Erfolg war das schweizerdeutsche Dialektlied "Du", das es 2017 bis auf den vierten Platz der einheimischen Charts geschafft hat. Zu weiteren Hits gehören "Ke Bock" und "5i uf de Uhr". Im Jahr 2021 nahm Nemo bei "The Masked Singer Switzerland" als Panda teil und belegte am Ende den fünften Platz.

Laut "Blick" wird Nemo wohl nicht auf Schweizerdeutsch, sondern auf Englisch singen. Zuletzt setzte das Musiktalent mehr auf die internationale Sprache: "Nemo auf Schweizerdeutsch ist wie ein Buch im Regal. Vielleicht habe ich mal Lust, es wieder zu öffnen, mich neu einzulesen und weiterzuschreiben", hatte Nemo bereits im November 2023 gegenüber der "SonntagsZeitung" erklärt. "Aber im Moment habe ich anderes, das mich beschäftigt und das ich entdecken will. Und das ist Nemo, auf Englisch." Im November erschien auch Nemos Song "This Body".

Nemo hatte sich 2022 auf Instagram als pansexuell geoutet. Ein Jahr später erklärte Nemo gegenüber dem "Tagesanzeiger" (Bezahlartikel), nichtbinär zu sein. Das eigene Umfeld habe das Coming-out "superliebevoll" aufgenommen, so Nemo. "Es war eine Erleichterung zu spüren, dass andere mich jetzt ähnlich sehen, wie ich mich selbst sehe, und dass sie es verstehen und respektieren. In meinem Umfeld geben sich alle mega Mühe, keine männlichen Pronomen für mich zu verwenden, ich bin für sie einfach Nemo."

Die Schweiz muss sich beim ESC – anders als Deutschland – erst einmal im Halbfinale für die Finalshow am 11. Mai qualifizieren. Dabei tritt das Land im zweiten Semifinale am Donnerstag auf, für das Deutschland nicht stimmberechtigt ist. Bei den letzten drei Songcontests schaffte es die Schweiz jeweils ins Finale. (dk)

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