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Posse um den Songcontest
Zu vulgär: Isaak muss Text seines ESC-Songs ändern
Die Moralwächter*innen der Europäischen Rundfunkunion zwingen Isaak beim ESC-Auftritt in Malmö zur Zensur seines Liedtextes.

Isaak darf dieses Jahr beim ESC keinen Kraftausdruck verwenden (Bild: NDR)
- 27. Februar 2024, 10:57h 2 Min.
"No one gives a shit about what's soon to come" (Niemand schert sich darum, was uns bald ins Haus steht). Dieser Satz am Beginn des diesjährigen deutschen ESC-Beitrags "Always on the Run" von Isaak ist von der Europäischen Rundfunkunion wegen der Nutzung des Wortes "shit" angekreidet worden. Das Wort muss nun für den ESC-Auftritt aus dem Text entfernt werden.
Grund sei, dass der englische Kraftausdruck den Contest laut dem Regelwerk in Verruf bringen könnte. Wörtlich heißt es in den Regeln laut eurovision.de: "Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen." Unklar ist freilich, warum das Wort verboten wird: Immerhin werden etwa im britischen Fernsehen vulgäre Ausdrücke wie "fuck" vor 21 Uhr zensiert, aber "shit" oder "shite" gelten als eher harmlose Schimpfworte, die auch tagsüber verwendet werden dürfen.
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Isaak: "Shhh" statt "Shit"
Isaak sieht in der Zensur-Aufforderung der EBU allerdings kein Problem: "Da kommt dann irgendwie so ein 'shhh', oder so. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wir haben es auch zensiert. Das kriegen wir hin, kein Problem", sagte er laut schlager.de.
Auch der bislang noch nicht bekanntgegebene israelische Beitrag könnte von der EBU noch als nicht geeignet eingestuft werden, da der Song "October Rain" an den Hamas-Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 erinnern soll (queer.de berichtete). Die israelische Delegation hat allerdings angekündigt, sich den Zensurwünschen nicht beugen zu wollen.
Isaak hatte sich im deutschen ESC-Vorentscheid am 16. Februar gegen acht Acts durchgesetzt (queer.de berichtete). Das diesjährige Finale des Eurovision Song Contest findet am 11. Mai in Malmö statt. (cw)














