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"Wir sind keine orschwoarmen Veilchen"

Werder-Neuzugang Marco Grüll entschuldigt sich nach homophoben Gesängen

Ab Sommer spielt der Österreicher Marco Grüll für Werder Bremen. Bei seinem aktuellen Verein Rapid Wien sorgt er für einen Eklat. Auch ein Ex-Bundesliga-Profi ist beteiligt.


Marco Grüll soll im Sommer von Wien nach Bremen wechseln (Bild: IMAGO / GEPA pictures)
  • 27. Februar 2024, 12:37h 2 Min.

Werder Bremens Neuzugang Marco Grüll hat sich nach der Beteiligung an homophoben Gesängen entschuldigt. "Wir als Spieler haben eine gewisse Vorbildfunktion und dieser wurden wir in dieser Situation keinesfalls gerecht. Dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen und versichern, dass wir die vollen Konsequenzen dafür tragen", teilte der 25 Jahre alte Fußball-Profi am Dienstagvormittag auf der Plattform Instagram mit. Im Sommer schließt sich der Österreicher den Hanseaten an.

Der aktuell noch für Rapid Wien auflaufende Offensivspieler hatte unter anderem mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Guido Burgstaller den Derby-Gegner Austria Wien nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag beleidigt, wie Videoaufnahmen im Internet belegen. Mehrere Spieler sangen "Wir sind keine orschwoarmen Veilchen". Auch Burgstaller, der für FC Schalke 04 und den als sehr queerfreundlich geltenden Verein FC St. Pauli spielte, entschuldigte sich auf Instagram.

Werder Bremen teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass sie sich nicht detaillierter zu dem Vorfall äußern wollen. Lediglich hieß es, dass die Grün-Weißen mit Grüll im Austausch waren und er Einsicht gezeigt habe.

Das Präsidium des österreichischen Clubs Rapid verurteilte die Gesänge der Spieler "auf das Schärfste", wie es in einer Mitteilung hieß: "Die Verunglimpfung von Menschen aufgrund von verschiedenen Merkmalen oder Lebensweisen soll bei Rapid keinen Platz haben." Die Vorfälle sollen intern aufgearbeitet werden.

"Wie auch meine Mitspieler distanziere auch ich mich ganz klar von jeglicher Art der Ausgrenzung", schrieb Grüll weiter und fügte hinzu: "Homophobie darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben."

An der Weser dürfte der Vorfall für Diskussionen sorgen. Die organisierten Fans und der Club setzen sich seit Jahren gegen Diskriminierung und Rassismus ein. Anfang Februar hatte Werder die Verpflichtung des österreichischen Nationalspielers zum Sommer bekannt gegeben.

/ DeichStube

Zuletzt hatte es in den höchsten deutschen Ligen mehrere queerfeindliche Attacken der Fans in Verbindung mit dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz gegeben. Bayer Leverkusen wurde dafür im Januar zu einer Geldstrafe in Höhe von 18.000 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Zuletzt tauchte auch erneut ein queerfeindliches Transparent in Dresden auf – anders als in Leverkusen verteidigte die Clubführung jedoch den Ausbruch ihrer Fans (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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