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Australien

Nach Doppelmord: Polizei bei CSD-Parade in Sydney unerwünscht

Ein Polizist soll in Sydney zwei schwule Männer ermordet haben. Nach dieser Tat will der CSD-Verein Beamt*innen von der weltbekannten Mardi-Gras-Parade fernhalten.


Tanzende Polizist*innen, wie bei der Mardi-Gras-Parade 2020, wird es dieses Jahr wohl nicht geben (Bild: IMAGO / AAP)
  • 27. Februar 2024, 13:46h 2 Min.

Die Organisator*­innen des Mardi Gras Sydney haben die Polizei des Bundesstaates New South Wales gebeten, nicht bei der größten CSD-Demonstration Australiens mitzumarschieren. Die Mardi-Gras-Parade findet am Samstag (2. März) statt.

Hintergrund ist der Doppelmord am australischen Fernsehjournalisten Jesse Baird und seinem Freund Luke Davies in Sydney. Hauptverdächtiger ist dabei ein Polizist (queer.de berichtete). Die Behörden gehen von einer Beziehungstat aus, weil der Polizist der Ex eines der Ermordeten sein soll – und nicht von einem gegen Schwule gerichteten Hass­verbrechen.

Der CSD-Verein teilte am Montag mit, dass sich viele wegen der geplanten Teilnahme der Polizei besorgt geäußert hätten. "Unsere Community braucht Platz, um Jesse und Luke zu betrauern, die ohne diese Tragödie mit uns gefeiert hätten", heißt es in der Erklärung. Mitlaufende Polizist*­innen könnten dagegen Stress und Unbehagen auslösen.

Polizei war jahrzehntelang der Feind der queeren Community

Die LGBTI-Community in Sydney hat ein äußerst zwiegespaltenes Verhältnis zur Polizei, die queere Menschen im letzten Jahrhundert mit maximaler Gewalt verfolgt hatte. So schlugen Beamt*innen den ersten CSD in Sydney 1978 brutal nieder und führte Massenverhaftungen durch. Das australische Parlament entschuldigte sich schließlich fast 40 Jahre später für diese Maßnahme (queer.de berichtete). Die Polizei wird auch beschuldigt, massenhaft Hass-Morde an Homosexuellen Ende des letzten Jahrhunderts nicht aufgeklärt zu haben. Bei vielen Morden gab es – wenn überhaupt – erst Jahrzehnte später Ermittlungen, etwa bei der Tötung von Scott Johnson in Sydney 1988 (queer.de berichtete).

Die Polizei von New South Wales teilte am Montagabend laut "ABC News" mit, sie habe die Ausladung vom CSD-Verein erhalten. "Wir sind enttäuscht von diesem Ergebnis, aber die Polizei von New South Wales wird weiter eng mit der LGBTQIA+-Community zusammenarbeiten", so ein Sprecher. Man werde auch eine für "sichere Umgebung für alle Teilnehmenden" der CSD-Parade sorgen.

Auch in Deutschland gibt es noch immer Schwierigkeiten mit Homophobie in der Polizei: So sprechen Beamt*innen teilweise Verbote auf queeren Veranstaltungen aus, die auf nicht-queeren Events kein Thema wären, zuletzt etwa vergangenes Jahr in Oranienburg (queer.de berichtete). Letztes Jahr gab es unter anderem bei Frankfurter und Kieler CSD Proteste gegen die Teilnahme der Polizei an der CSD-Demonstration. (dk)

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