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Roberto Vannacci

Italien: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen homophoben General

General Roberto Vannacci veröffentlichte letzten Sommer ein Buch, in dem er Homosexuelle als nicht "normal" beschrieb und attestierte, dass nur weiße Menschen Italiener*innen sein können. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Rom.


General Roberto Vannacci macht aus seiner Abneigung gegenüber Schwarzen und Schwulen kein Geheimnis (Bild: Hockler73 / wikipedia)

Die Staatsanwaltschaft in Rom hat laut dem Sender RAI Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen General Roberto Vannacci eingeleitet. Hintergrund ist die Veröffentlichung des Buches "Il mondo al contrario" (Verkehrte Welt) vor einem halben Jahr – das Buch, das inzwischen 200.000 Mal verkauft worden ist, war für rassistische und homophobe Äußerungen kritisiert worden (queer.de berichtete).

In seinem Buch hatte Vannacci unter anderem geschrieben, dass Homosexuelle nicht "normal" seien. Er wetterte außerdem gegen die "Diktatur der Minderheiten" und die angeblich immer mächtiger werdende "internationale Gay-Lobby". Außerdem teilte er gegen Feministinnen, Umweltschützer*innen und Einwanderer*innen aus. Über die schwarze italienische Star-Volleyballerin Paola Egonu schrieb der General, "dass ihre Gesichtszüge nicht italienisch sind". Nur weißhäutige Menschen könnten echte Italiener*innen sein, so der General. Diese Aussagen haben dem hochrangigen Militär bislang nicht geschadet: Im Dezember wurde er von der rechten Meloni-Regierung sogar noch zum Chef des Generalstabs des Heereseinsatzkommandos befördert (queer.de berichtete).

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Auch Korruptionsermittlungen gegen Vannacci

Wie italienische Medien berichten, gibt es weitere Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug und Veruntreuung gegen Vannacci. Er soll als Militärattaché der italienischen Botschaft in Moskau etwa illegal Dienstleistungen für Verwandte abgerechnet und Rückerstattungen für Veranstaltungen in Rechnung gestellt haben, die nie stattgefunden haben.

Trotz der Untersuchungen möchte Vannacci offenbar in die Politik: Er soll sich laut Medienberichten als Kandidat der rechtsextremen Partei Lega für die Europawahl bewerben wollen. (dk)

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