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Streit unter Rechtsextremen

AfD-Politiker beleidigt Parteifreund homophob: 750 Euro Geldbuße

Ein AfD-Politiker bezeichnete die Homosexualität eines Parteifreundes als "ekelhaft". Dafür muss er jetzt eine Geldbuße zahlen.


Bild vom CSD in Eisenach 2023 (Bild: IMAGO / Müller-Stauffenberg)
  • 27. Februar 2024, 16:07h 2 Min.

Ein ungewöhnlicher Fall am Amtsgericht im mittelfränkischen Schwabach: Dort musste sich laut den "Nürnberger Nachrichten" (Bezahlartikel) der AfD-Politiker Harald Pfizenmaier verantworten. Er war von einem offen schwulen Parteifreund, dem bayerischen Landtagsabgeordneten Matthias Vogler, wegen homophober Äußerungen in der Telegram-Gruppe "Pro Gesamt AfD" angezeigt worden.

Vorausgegangen war ein Streit der beiden um die Kandidatur zur bayerischen Landtagswahl im vergangenen Jahr. Pfizenmaier empörte sich in seinem Telegram-Posting darüber, dass Vogler trotz seiner Homosexualität in einem Nürnberger Stimmkreis für die AfD antrete: "Ich finde seine sexuelle Ausrichtung nur ekelhaft. (…) Ich gebe diesem Mann nicht einmal mehr die Hand, weil ich nicht weiß, wo er sie vorher gehabt hat", schrieb er.

Auch Vorwurf des sexuellen Übergriffs

Pfizenmaiers Anwalt räumte den Sachverhalt "uneingeschränkt" ein. Sein Mandant habe "seine Emotionen nicht im Griff" gehabt. Der Anwalt behauptete aber auch, es habe eine Vorgeschichte sexueller Natur bei einer AfD-Veranstaltung im März 2023 in Zirndorf gegeben. Demnach liege eine Strafanzeige vor, die Kripo Fürth ermittle noch. Vogler wies dies jedoch zurück: "Das ist vielleicht der Wunsch von diesem Herren, aber es entspricht nicht der Wahrheit."

Der Richter schlug schließlich vor, das Verfahren gegen eine Geldauflage – also eine Geldbuße, die einem gemeinnützigen Verein gespendet wird – in Höhe von 750 Euro einzustellen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung stimmen dem zu. Das Geld muss an ein Tierheim überwiesen werden.

Vogler, der sich gegen den homophoben Kommentar seines Parteifreundes wehrte, teilt übrigens selbst gerne aus. Hassobjekt des 42-Jährigen sind dabei unter anderem trans Menschen. So machte er sich beispielsweise 2018 über eine trans Bundeswehr-Soldatin lustig ("Wir sollten nicht unsere Toleranzgrenze überschreiten und eine Streitkraft ist nun mal kein Spielplatz für verqueere Phantasien und überzogene weichgespülte Soldaten"). (cw)

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