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Bezüge um Hälfte gekürzt
Italien: Homophober General suspendiert
Die Hasstirade des italienischen Generals Roberto Vannacci hat Folgen: Der 55-Jährige muss jetzt erstmal eine Pause einelgen.

Roberto Vannacci im September 2023 bei der Vorstellung der 2. Auflage seines Hass-Buches (Bild: IMAGO / SOPA Images)
- 28. Februar 2024, 11:59h 2 Min.
In Italien ist der hochrangige General Roberto Vannacci nach einem Bestseller mit umstrittenen Äußerungen über queere Menschen, Umweltschützer*innen und Immigrant*innen vom Dienst suspendiert worden. Der 55-Jährige wurde auf Entscheidung von Verteidigungsminister Guido Crosetto für elf Monate freigestellt, wie sein Anwalt am Mittwoch in Rom mitteilte. Zudem werden seine Bezüge in dieser Zeit um die Hälfte gekürzt. Der Minister von der rechten Regierungspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) hatte Vannacci zuvor schon die Leitung des Geographischen Instituts des Heeres entzogen.
Der General hatte vergangenes Jahr ohne Wissen von Minister und Armeeführung ein Buch mit dem Titel "Il mondo al contrario" veröffentlicht (queer.de berichtete). Inzwischen gibt es davon auch eine deutsche Ausgabe ("Verdrehte Welt"). Darin bezeichnete er Homosexuelle als "nicht normal" und sprach von einer vermeintlichen "Diktatur der Minderheiten". Weiter heißt es beispielsweise: "Die Normalität ist die Heterosexualität. Wenn ihr etwas anderes als normal empfindet, ist das die Schuld der Machenschaften der internationalen Schwulenlobby." Das Buch, das auch mehrere als rassistisch kritisierte Passagen enthält, gehörte in Italien vorübergehend zu den meistverkauften Titeln.
Vannacci will für rechtsextreme Partei ins Europaparlament
Seit längerer Zeit wird spekuliert, dass Vannacci bei der Europawahl im Juni für die Partei Lega antreten könnte – zusammen mit den Fratelli einer der drei Partner der Rechtskoalition in Rom. Im Europarlament ist die Lega derzeit die größte Einzelpartei der rechtsextremen Fraktion ID, der auch die AfD angehört (die Fratelli d'Italia sind Teil der weniger radikalen rechten Fraktion EKR).
Der Lega-Vorsitzende und Vize-Regierungschef Matteo Salvini kommentierte die Suspendierung auf der Plattform X (früher Twitter) mit den pathetischen Worten: "Es lebe die Gedanken- und Meinungsfreiheit." Verteidigungsminister Crosetto, der zusammen mit Salvini am Kabinettstisch sitzt, begründete die Suspendierung hingegen damit, dass der General den Grundsatz der Neutralität der Streitkräfte beschädige und deren Ruf beeinträchtige.
/ matteosalvinimiUninchiesta al giorno, siamo al ridicolo, quanta paura fa il Generale?
Matteo Salvini (@matteosalvinimi) February 28, 2024
Viva la libertà di pensiero e di parola, viva le Forze Armate e le Forze dellOrdine, viva uomini e donne che ogni giorno difendono lonore, la libertà e la sicurezza degli Italiani. pic.twitter.com/EFc8O6beUS
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Vannacci war für die italienische Armee an vielen Auslandseinsätzen beteiligt, auch auf dem Balkan, im Irak und im Jemen. Aufgrund mehrerer Anzeigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Rom gegen ihn inzwischen unter anderem wegen "Anstiftung zum Rassenhass". Zudem laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug und Veruntreuung in seiner Zeit als Militärattaché der italienischen Botschaft in Moskau (queer.de berichtete). (dpa/cw)














