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Polizeibericht
Berlin: Homosexuellen-Denkmal am Magnus-Hirschfeld-Ufer beschädigt
Erneut kam es in Berlin zu einem Anschlag auf Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung. Der Staatsschutz ermittelt.

Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung befindet sich seit 2017 am Magnus-Hirschfeld-Ufer (Bild: Shisma / wikipedia)
- 29. Februar 2024, 09:36h 2 Min.
Die Berliner Polizei meldet einen neuen offenbar homosexuellenfeindlich motivierten Übergriff: Am Mittwochnachmittag gegen 17.50 Uhr habe ein Passant eine Sachbeschädigung am Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer in Moabit entdeckt. So sei das Schutzglas mehrerer Bodenleuchten zerschlagen worden. Daher alarmierte der Passant die Polizei.
Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Dies ist in der Bundeshauptstadt in Fällen üblich, in denen Hasskriminalität als Motiv für eine Tat vermutet wird.
Das beschädigte Denkmal wurde 2017 am Spreeufer zwischen Luther- und Moltkebrücke in Berlin eröffnet. Es besteht aus sechs verschiedenfarbigen, vier Meter hohen Calla-Lilien; deren Blüten sollen sexuelle Vielfalt und Selbstbestimmung symbolisieren. Bereits sechs Jahre zuvor waren an dieser Stelle Gedenktafeln angebracht worden. Seit 2008 trägt der Uferabschnitt den Namen Magnus-Hirschfeld-Ufer. Damit wird an den 1935 verstorbenen Sexualwissenschaftler erinnert, der als Gründer der deutschen Homosexuellenbewegung im späten 19. Jahrhundert gilt.
Bei dem Vandalismus handelt es sich nicht um den ersten Anschlag dieser Art: Bereits mehrfach waren die Gedenktafeln aus offenbar homosexuellenfeindlichen Motiven beschmiert worden (queer.de berichtete).
Queerbeauftragter fordert Konsequenzen
Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano (SPD) zeigte sich nach dem Übergriff entsetzt: "Schon wieder wurde ein Denkmal der queeren Community beschädigt. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern höchst besorgniserregend." Daher seien jetzt Konsequenzen nötig: "Wir können Überwachungskameras und andere Maßnahmen fordern, so viel wir wollen, was es aber jetzt dringend braucht, ist eine Antwort auf die Frage, wie wir als Zivilgesellschaft fortan miteinander umgehen wollen." Wenn derartige Taten unwidersprochen zugelassen würden, "hat unsere Gesellschaft keine gute Zukunft vor sich", warnte Pantisano. "Dieser Angriff bestärkt mich darin, am 14. Mai in Berlin den ersten landesweiten Magnus-Hirschfeld-Tag auszurufen. Denn die queere Community ist stolz auf den Begründer der ersten weltweiten homosexuellen Emanzipationsbewegung – und unseren Stolz lassen wir uns nicht mehr nehmen."
Letzten Sommer verübte auch ein 63-Jähriger einen Brandanschlag auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten und hinterließ am Tatort ein homophobes Schreiben (queer.de berichtete). Weil der Täter als nicht schuldfähig galt, wurde er für den Anschlag nicht belangt und ist wieder auf freiem Fuß (queer.de berichtete). (pm/dk)
Nachträglich ergänzt um die Reaktion von Alfonso Pantisano (12.40 Uhr)















