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Datenschutz

Acht Organisationen reichen Beschwerden gegen Meta ein

Auch Weitergabe von Informationen über die sexuelle Orientierung: Verbraucherschutz-Initiativen aus acht Ländern kritisieren die "massive Ausbeutung des Privatlebens von hunderten Millionen Menschen zu kommerziellen Zwecken".


Das Bezahlsystem von Meta sei ein "Deckmantel" für Datenschutzverstöße, kritisiert der europäische Dachverband der Verbraucherzentralen (Bild: Julio Lopez / Unsplash)

  • 1. März 2024, 04:46h 2 Min.

Wegen der mutmaßlich illegalen Verwendung von Nutzer*innen-Daten auf Plattformen wie Facebook und Instagram gehen Verbraucherschützer*innen gegen den US-Konzern Meta in die Offensive. Organisationen aus acht europäischen Ländern reichten Beschwerden bei den zuständigen Behörden ein, wie der europäische Dachverband der Verbraucherzentralen (Beuc) am Donnerstag mitteilte. Sie werfen dem Konzern unter anderem vor, Nutzer*innen mit seinem Bezahlsystem zur Freigabe ihrer Daten zu zwingen.

Meta hatte im November ein Abo-Modell für die Plattformen Facebook und Instagram eingeführt: Wer nicht will, dass der Konzern persönliche Daten für Werbegeschäfte nutzt, kann eine monatliche Gebühr von rund zehn Euro zahlen. Die Verbraucherorganisationen werfen Meta vor, Nutzer*innen damit keine freie Wahl mehr über die Verarbeitung ihrer Daten zu lassen.

Rückschlüsse auf die sexuelle Orientierung

Das Bezahlsystem sei ein "Deckmantel" für Datenschutzverstöße, erklärte Beuc. Um mit Werbung Geld zu verdienen, nutze Meta "alle erdenklichen Daten über die Aktivitäten, den Standort, die Persönlichkeit, das Verhalten, die Einstellungen und die Emotionen der Verbraucherinnen und Verbraucher", heißt es in einem Bericht der Organisation.

Dazu gehören demnach auch sensible Daten wie etwa Rückschlüsse auf die religiöse und politische Einstellung oder die sexuelle Orientierung. Die "massive Ausbeutung des Privatlebens von hunderten Millionen Menschen zu kommerziellen Zwecken" verstoße gegen mehrere Grundpfeiler der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), kritisierten die Verbraucherschützer.

Der Konzern findet die Vorwürfe "unbegründet"

Meta wies die Vorwürfe am Donnerstag als "unbegründet" zurück. Der Konzern orientiere sich mit seinem Abo-Konzept an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der solche Bezahlmodelle in vergangenen Jahr grundsätzlich gebilligt habe.

Nach Angaben des Dachverbands Beuc reichten am Donnerstag Verbraucherschützer*innen in Dänemark, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Norwegen, Slowenien, Spanien und Tschechien Vorwürfe ein. Es ist bereits die dritte Beschwerdewelle gegen Meta, seit der Konzern das Bezahlmodell im November eingeführt hatte. Eine Entscheidung der europäischen Datenschutzbehörde EDPB wird in den kommenden Wochen erwartet. (cw/AFP)

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