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Sexpositiver lesbischer Roadtrip mit gefährlichem Gepäck
Die lesbischen Freundinnen Jamie und Marian fahren nach Florida. Doch unterwegs merken sie, dass sie unfreiwillig Hehlerware transportieren. "Drive-Away Dolls" ist eine kurzweilige, überdrehte Actionkomödie – voller Dildowitze.

Jamie (Margaret Qualley, li.) und Marian (Geraldine Viswanathan) begeben sich auf einen improvisierten Roadtrip nach Florida (Bild: Universal Pictures)
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7. März 2024, 03:18h 3 Min.
Ein Koffer, der unfreiwillig in die falschen Hände gerät und dann mühevoll zurückgeholt werden muss: Das ist nicht gerade eine innovative Ausgangsidee für eine Actionkomödie. Doch die reflexhafte Skepsis hält nicht lange an, versprochen.
Die falschen Hände, das sind in "Drive-Away Dolls" zwei Freundinnen: die selbstbewusst-sexpositive Jamie (Margaret Qualley), die gerade von ihrer Freundin abserviert wurde. Und die zurückhaltend-spießige Marian (Geraldine Viswanathan), die zugeben muss, dass sie nicht nur seit Monaten, sondern seit Jahren keinen Sex hatte. Jamie will das ändern, eine echte Freundin. Die beiden machen sich auf den Weg nach Florida.
Gefährliches Gepäck im Kofferraum

Poster zum Film: "Drive-Away Dolls" startet am 7. März 2024 bundesweit im Kino
Dafür nutzen sie ein Drive-Away. Das sind Autos, die von A nach B gebracht werden müssen, und deshalb besonders günstig zu mieten sind. Dem Zufall sei Dank muss gerade ein Wagen nach Tallahassee, wo Marians Tante lebt. Das Auto ist eigentlich für jemand anderen bestimmt, denn im Kofferraum ist gefährliches Gepäck versteckt. Die trotteligen Kriminellen beginnen ihre Verfolgungsjagd, sind aber nicht besonders erfolgreich.
An den Zeitplan – das Auto soll am nächsten Morgen den Weg von Philadelphia nach Miami geschafft haben – halten die Freundinnen sich nicht. Unterwegs gibt's tolle Lesbenbars, erklärt Jamie. Mehr als die Bars interessiert sie sich natürlich für die Frauen, und sie knutscht nicht nur mit einer rum.
Jamie lebt ihre sexpositive Seite aus
"Drive-Away Dolls" ist der erste Spielfilm, den Regisseur Ethan Coen ohne seinen Bruder Joel inszenierte. Die beiden sind bekannt für Filme wie "Fargo", "The Big Lebowski" oder "Hail, Caesar!". Die brachten ihnen den Ruf von schrägen Geschichtenerzählern ein, die sich vom Hollywood-Mainstream absetzen, aber immer noch ein großes Publikum begeistern.
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Das gelingt Ethan Coen in "Drive-Away Dolls" auch ohne seinen Bruder: Die Actionkomödie mit den zwei jungen lesbischen Hauptfiguren lebt neben der überdrehten Handlung von einem besonderen Timing für nicht-abgedroschene Gags, von hitzigen Dialogen und erzählenden, kontrastreichen Schnitten. So geht etwa der verletzte Schrei des Einen über in einen vergnügten Sex-Schrei von Jamie.
Überhaupt lässt die Komödie seine lesbischen Hauptfiguren sehr sexpositiv sein. Jamie lebt das auch aus, Marian ist zumindest offen dafür. Ein klassisches Gegensatz-Paar, das ansonsten charakterlich eher eindimensional bleibt. Doch wahrscheinlich ohnehin viel wichtiger: Dafür zünden die Dildowitze, und davon bietet der Film mehr als genug. Doch der neue Coen-Film ist keineswegs platt, hier und da scheint sogar eine subversive Note durch.
Ursprünglicher Titel: "Drive-Away Dykes"
Die gewinnt aber nie die Oberhand. An vielen Stellen ist "Drive-Away Dolls" angenehm albern – alleine schon die vielen verschiedenen Überblendungen, die an schlechte Power-Point-Übergänge erinnern, sind ein Statement: Why not? Die bunt-psychedelischen Zwischenspiele ergeben zwar erst zum Ende hin Sinn, machen bis dahin aber auch großen Spaß und tragen genau wie die vielen bewussten Genre-Anleihen zu einem Retro-Feeling bei.
Langeweile kommt dabei nicht auf. Dafür sorgen nicht nur Nebenstränge wie der um Jamies Ex, sondern auch die Überraschung, was sich eigentlich im Koffer verbirgt, oder wie ein Senator in die ganze Geschichte verwickelt wird. Schade ist dabei eigentlich nur, dass der ursprüngliche Titel "Drive-Away Dykes" nicht beibehalten wurde. Doch wer genau hinsieht, findet auch den.
Drive-Away Dolls. Actionkomödie. USA 2023. Regie: Ethan Coen. Cast. Margaret Qualley, Geraldine Viswanathan, Beanie Feldstein, Colman Domingo, Pedro Pascal, Bill Camp, Matt Damon. Laufzeit: 84 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung, FSK 16. Verleih: Universal. Kinostart: 7. März 2024
Links zum Thema:
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