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Berlin

Tolerantia Awards: Preisträger*­innen für 2022 und 2023 bekanntgegeben

Nach einer Corona-Pause kehrt der multinationale LGBTI-Preis Tolerantia Award zurück – für Deutschland werden Seyran Ateş und Pfarrer Bertold Höcker ausgezeichnet.


Auch Seyran Ateş erhält einen Tolerantia Award (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

  • 8. März 2024, 13:47h 3 Min.

Der deutsch-französisch-polnisch-nordirische Gemeinschaftspreis Tolerantia Award wird am Freitagabend ab 18 Uhr in der Mendelssohn-Remise in Berlin-Mitte verliehen – für die Jahre 2022 und 2023. Wie Maneo jetzt bekanntgegeben hat, erhalten die Menschenrechtsaktivistin Seyran Ateş (2022) und der Pfarrer und LGBTI-Aktivist Bertold Höcker (2023) die deutschen Preise.

Ateş ist unter anderem Vorstandsmitglied beim CSD Berlin und Initiatorin und Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, die queere Menschen ausdrücklich begrüßt – wegen Anfeindungen wurde diese letzten Oktober geschlossen (queer.de berichtete). "Wir würdigen das Engagement von Seyran Ateş für die Menschenrechte, für das Selbstbestimmungsrecht und die Gleichberechtigung von Frauen und LSBTIQ+ und für die Freiheit des Glaubens", heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

Bertold Höcker ist ein offen schwuler evangelischer Theologe, der sich seit Jahren für interreligiösen Dialog und eine queerfreundliche Kirche einsetzt. Er ist auch in vielen weiteren Initiativen, Bündnissen und Stiftungen aktiv, u.a. in einer Kirche für queere Geflüchtete. Er werde "für sein Engagement für Toleranz und Vielfalt, gegen LSBTIQ+-Feindlichkeit und Hassgewalt, für Gleichberechtigung und Friedfertigkeit in unserer Gesellschaft" ausgezeichnet.

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Weitere Preisträger*innen

Die weiteren Preisträger*innen für 2022 sind Jérémy Clamy Edroux, ein offen schwuler französischer Rugbyspieler, der polnische LGBTI-Aktivist Tomasz Bączkowski sowie Cara McCann, die Leiterin einer Organisation für queere Frauen in Nordirland. Auszeichnungen für 2023 erhalten die französischen Journalist*innen Sarah Brethes, Mathieu Magnaudeix und David Perrotin für einen Dokumentarfilm über queerfeindliche Gewalt, der offen schwule polnische Europaabgeordnete Robert Biedroń sowie Annette Whelan, eine Aktivistin für Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz aus Nordirland.

Die europäischen Tolerantia Awards werden seit 2006 von einem Bündnis queerer Anti-Gewalt-Projekte und Partner in Europa vergeben. Das Bündnis war ein Jahr zuvor in Berlin gegründet worden, weshalb es auch als die "Berlin Alliance" bezeichnet wird. Zu den Mitgliedern zählen Maneo (Deutschland), SOS-Homophobie (Frankreich), The Rainbow Project (Nordirland) und der 2023 mit polnischen Persönlichkeiten gegründete "Circle of Friends", der das bisherige Mitglied Lambda Warszawa aus Polen abgelöst hat. Als Ausdruck dieses Bündnisses und in Anerkennung von beispielhaften Leistungen werden die Tolerantia Awards an herausragende Persönlichkeiten und Projekte in den drei Ländern sowie in der Provinz Nordirland vergeben. Nominiert werden die Preisträger*innen von unabhängigen Jurys in den jeweiligen Gebieten.

Der letzte deutsche Tolerantia Award war 2021 an den Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gegangen. Der eigentlich als queerfreundlich geltende Kommunalpolitiker sorgte letztes Jahr allerdings für Irritationen in der Community, als er gemeinsam mit Politiker*innen aus AfD, CSU und Freien Wählern gegen Dragqueens polemisierte (queer.de berichtete). (dk)

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