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London

Homophobe Schauspielerin verliert Berufungs­verfahren

Seyi Omooba sollte in einem Theaterstück eine lesbische Frau darstellen, lehnt aber Homosexuelle wegen ihres christlichen Glaubens kategorisch ab. Nachdem sie deshalb gefeuert worden war, klagte sie – ohne Erfolg.


Seyi Omooba wurde laut einem Londoner Arbeitsgericht nicht wegen ihres christlichen Glaubens diskriminiert (Bild: Archiv)

  • 14. März 2024, 14:29h 2 Min.

Die 29-jährige britische Theaterschauspielerin Seyi Omooba hat am Donnerstag in London einen Berufungsprozess gegen ihre Entlassung durch ein Theater aus dem mittelenglischen Leicester verloren. Die evangelikale Christin war 2019 als Hauptdarstellerin in dem Theaterstück "Die Farbe Lila" von Alice Walker vorgestellt worden – sie sollte Celie spielen, eine lesbische Frau. Nach Protesten wurde sie entlassen, unter anderem mit Verweis auf einen Facebook-Eintrag Omoobas aus dem Jahr 2014, in dem sie erklärte, sie könne als Christin Homosexuelle pauschal nicht akzeptieren: "Ich glaube nicht, dass man homosexuell geboren wird, und ich glaube auch nicht, dass Homosexualität richtig ist. Auch wenn der Gesetzgeber das legal gemacht hat, heißt das nicht, dass es richtig ist."


Dieser homophobe Facebook-Eintrag kostete Omooba ihren Job

Das Arbeitsgericht am High Court ordnete an, dass Omooba auch die Gerichtskosten in Höhe von 313.000 Pfund (366.000 Euro) tragen muss. Ursprünglich hatte die 29-Jährige das Theater auf Zahlung von 128.000 Pfund (150.000 Euro) Entschädigung für entgangenes Gehalt sowie der Schädigung ihres Ansehens verlangt. In erster Instanz hatte sie bereits 2021 verloren (queer.de berichtete).

Omooba fühlte sich als Christin diskriminiert

Omooba hatte mit Hilfe der LGBTI-feindlichen Organisation "Christian Concern" Klage eingereicht. Sie sei wegen ihres christlichen Glaubens diskriminiert worden, so die Argumentation. "Christian Concern" war von ihrem Vater Ade Omooba gegründet worden, einem evangelikalen Pfarrer. Seine Tochter hatte während des Verfahrens zugegeben, dass sie den Text des Theaterstücks nicht gelesen habe, bevor sie die Rolle erhalten hatte.

"Die Farbe Lila" (Originaltitel: "The Color Purple") spielt in den Südstaaten des frühen 20. Jahrhunderts und handelt von den harten Lebensbedingungen afroamerikanischer Frauen in der rassistischen Jim-Crow-Ära. Dabei werden neben lesbischer Liebe Themen wie Inzest oder patriarchale Gewalt angesprochen. Die Verfilmung aus dem Jahr 1985 mit Whoopi Goldberg hatte elf Oscar-Nominierungen erhalten, spielte allerdings Homosexualität der Hauptfigur etwas herunter. (dk)

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