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Schottland
Lesbisches Kunstprojekt mit Sex-Aufnahmen verliert Förderung
Die geplante Installation "Rein" sei expliziter als bei der Beantragung angegeben, so die Kulturförderung nach einiger öffentlicher Empörung.
- 14. März 2024, 17:20h 2 Min.

Symbolbild – Künstlerin Leonie Rae Gasson hat Unterseiten zum Projekt "Rein" derzeit von ihrer Webseite genommen (Bild: shvetsa / pexels)
Eine geplante Kunstinstallation mit echten Sex-Szenen in Schottland verliert nach Kritik aus Politik und Gesellschaft die staatliche Unterstützung. Die Organisatoren hätten ohne Absprache gravierende Änderungen am Projekt gemacht und damit gegen die Finanzierungsbedingungen verstoßen, teilte die schottische Kulturförderung Creative Scotland am Donnerstag mit.
Man unterstütze Ausdrucksfreiheit und die Möglichkeit von Kunstschaffenden, die Grenzen radikaler Perfomance zu verschieben, so die Stelle. Das Projekt sei in der Ausführung aber "wesentlich expliziter" als bei der Beantragung angegeben. "Rein" hatte im Januar insgesamt 84.555 Pfund Subventionen aus Lotteriemitteln erhalten. Das Geld solle zurückgefordert werden, hieß es weiter.
"Die zentrale Rolle, die 'nicht simulierte' sexuelle Handlungen nun im Projekt spielen, stellt eine wesentliche Änderung gegenüber der Art der Arbeit dar, die im ursprünglichen Antrag, der zur Förderung geprüft wurde, vorgestellt worden war", hieß es zur Begründung. Die Änderungen seien plötzlich auf der Website vorgenommen worden.
"Wilde Erkundung der lesbischen Sexualität"
Das Projekt der in Glasgow beheimateten Künstlerin Leonie Rae Gasson warb damit, es werde das Publikum auf eine "magische, erotische Reise durch eine typisch schottische Landschaft" mitnehmen und mit einer geheimen Sexparty in einer Höhle enden. "'Rein' ist eine fantastische 45-minütige Bewegtbildinstallation auf mehreren Bildschirmen, die das Publikum in eine wilde gemeinsame Erkundung der lesbischen Sexualität eintauchen lässt."
In einer Anzeige für die Aufnahmen hieß es, Teilnehmerinnen müssten älter als 18 Jahre sein. Es wurden explizit Menschen mit Erfahrung in der Sexarbeit zur Bewerbung aufgefordert. Man wolle die Grenzen dessen erweitern, "was es bedeutet, lesbischen Sex auf der Leinwand zu erschaffen und zu zeigen".
Die konservative britische Zentralregierung kritisierte das Kunstprojekt als staatlich geförderten Hardcore-Pornofilm. Die Gruppe For Women Scotland, die vor allem mit ihrem Widerstand gegen ein schottisches Selbstbestimungsgesetz bekannt wurde, warnte, mit der Installation würden Frauen entmenschlicht sowie "ungesunde und gefährliche Beziehungen" gefördert. (dpa/cw)
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