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Bayerische Verbotspolitik
Hochschule Coburg umgeht Genderverbot
An bayerischen Hochschulen ist ab Montag Gendern untersagt – doch zumindest eine Hochschule will sich nicht mit dem Sprachverbot abfinden.
- 28. März 2024, 12:25h 2 Min.
Vergangene Woche hatte die bayerische Staatsregierung ein Genderverbot für Behörden, Schulen und Hochschulen erlassen (queer.de berichtete). Die neue Regelung soll am Montag in Kraft treten. Wie die "Neue Presse" (Bezahlartikel) meldet, versucht die Hochschule Coburg, das staatliche Sprachverbot zu umgehen.
Laut Andreas Renner, dem Leiter des Referats Marketing und Kommunikation an der oberfränkischen Hochschule, werde man weiterhin etwa im E-Mail-Verkehr von Professor*innen mit Studierenden oder auch bei Präsentationsfolien weiterhin auf geschlechtergerechte Sprache setzen. Grund sei, dass das Verbot nur für den offiziellen Schriftverkehr gilt, aber nicht intern. Dies gelte als wissenschaftlich-pädagogischer Schriftverkehr – und hier dürfe die Staatsmacht keine Verbote aussprechen.
"Ausdruck von Höflichkeit im Umgang miteinander"
"Wir an der Hochschule Coburg finden es wichtig, gendergerechte Sprache zu fördern, weil wir es als Ausdruck von Höflichkeit im Umgang miteinander und als demokratische Tugend ansehen, die Entfaltung von Chancengleichheit zu fördern", erklärte Renner. "Bei uns wird in der schriftlichen Kommunikation darauf geachtet, beide Geschlechter zu repräsentieren und alle gedanklich 'Mitgemeinten' auch sprachlich sichtbar zu machen." Die Abwertung der Bedeutung geschlechtergerechter Sprache durch die bayerische Regierung trage nicht dazu bei, Verständnis und Akzeptanz zwischen den verschiedenen Standpunkten zu fördern.
Unterstützung erhält die Hochschule Coburg, an der 4.700 Personen studieren, von der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer: "Wie die Hochschule Coburg das Genderverbot umgeht, ist vorbildlich für alle anderen bayerischen Hochschulen", erklärte Sebastian Kropp, der Chef der SPDqueer Oberfranken. "Gendersensible Sprache muss unbedingt an bayerischen Hochschulen gefördert werden, denn Gleichberechtigung beginnt mit der Sprache. Formen wie das generische Maskulinum gehören der Vergangenheit an. Das muss endlich auch die bayerische Staatregierung verstehen."
Das geht. Wir sagen dir, wie.
Posted by SPDqueer Oberfranken on Wednesday, March 27, 2024
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Petition schon 13.000 Mal unterzeichnet
Auch ansonsten gibt es viel Widerstand gegen das bayerische Genderverbot: Eine am Montag gestartete Petition gegen die Einschränkung der Sprachfreiheit wurde bereits 13.000 Mal unterzeichnet. "Dieses Verbot soll rückgängig gemacht werden, da es eine Verletzung der Meinungsfreiheit darstellt und die Vielfalt der Geschlechter ignoriert", heißt es in der Petition "Rücknahme des Verbots von gendergerechter Sprache in Bayern". (dk)
/ TKorfsmeierWenn das zu kompliziert für Konservative ist, können wir doch auch gerne eine Zeitlang immer die weibliche Form nehmen
Thomas Korfsmeier (@TKorfsmeier) March 27, 2024
Rücknahme des Verbots von gendergerechter Sprache in Bayern – Jetzt unterschreiben! https://t.co/W4c6OpRktL via @ChangeGER
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