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"Blasphemie"

USA: Konservative empört über Trans-Tag an Ostern

Der Tag der Transsichtbarkeit findet jedes Jahr am 31. März statt. Weil der Tag zufällig auf den Ostersonntag fiel, zeigten sich US-Konservative empört. Das Weiße Haus bot ihnen Paroli.


Der damalige US-Präsident Donald Trump 2020 mit der Bibel in der Hand bei einem Wahlkampfauftritt vor einer Kirche in der Hauptstadt Washington (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
  • 2. April 2024, 13:10h 3 Min.

Republikanische Politiker*­innen und rechte Medien haben am Wochenende in den USA Präsident Joe Biden attackiert, weil er angeblich das Osterfest durch den Tag der Transsichtbarkeit ersetzen wolle. Hintergrund ist, dass der seit 2009 am 31. März in den USA begangene "Transgender Day of Visibility" dieses Jahr auf den Ostersonntag fiel.

Biden hatte am Freitag in einer Proklamation des Trans-Tages gedacht. "Trans Amerikaner sind Teil der Gesellschaft", teilte das Weiße Haus mit. In sozialen Medien ergänzte Biden am Sonntag: "Heute zeigen wir Millionen von trans und nichtbinären Amerikanern, dass wir sie sehen, dass sie dazugehören and dass sie mit Würde und Respekt behandelt werden sollten."

/ JoeBiden

Führende Republikaner*­innen zeigten sich empört über die Anerkennung des Trans-Tages. Die Pressesprecherin des republikanischen Präsident­schafts­kandidaten Donald Trump bezeichnete die Biden-Proklamation als "blasphemisch" und erklärte, dies sei Teil einer Kampagne "gegen den christlichen Glauben". Erst vergangene Woche hatte Trump eine Bibel für 59,99 Dollar (rund 56 Euro) zum Verkauf angeboten, die auch US-spezifische offenbar ebenfalls als religiös angesehene Passagen – etwa die amerikanische Verfassung – enthält.

/ LauraLoomer

Der Republikaner Mike Johnson, der mächtige Chef des US-Repräsentantenhauses, warf Biden auf X Betrug am Osterfest vor. So habe der Präsident nicht nur an Ostern an trans Menschen erinnert, sondern auch religiöse Symbole bei einer traditionellen Eiersuche am Ostermontag im Weißen Haus verboten.

/ SpeakerJohnson

Allerdings wies die für den Eier-Wettbewerb verantwortliche Organisation "American Egg Board" diesen Vorwurf als Lüge zurück. Seit der Gründung der Organisation 1976 seien derartige Symbole wegen der in der US-Verfassung festgeschriebenen Trennung von Religion und Staat bei dem Event im Weißen Haus nicht erlaubt gewesen – also auch während der republikanischen Präsidentschaften von Gerald Ford, Ronald Reagan, George H.W. Bush, seinem Sohn George W. Bush und Donald Trump.

Graham: Biden zu transfreundlich, um ein guter Christ zu sein

Auch führende christliche Vertreter*innen zeigten sich über die Tag der Transsichtbarkeit empört. Der evangelikale Starprediger Franklin Graham warf dem Präsidenten etwa auf Facebook vor, "wenig Respekt" für den christlichen Gott zu haben. Statt den wichtigsten Tag im christlichen Kalender zu feiern, zelebriere die Biden-Regierung "Sünde". Die Regierung solle besser Gott um Vergebung bitten, so Graham weiter.

President Biden has declared tomorrow?Easter Sunday?as ?Transgender Day of Visibility.? This once again shows how little...

Posted by Franklin Graham on Saturday, March 30, 2024
Facebook / Franklin Graham
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Andrew Bates, der Pressesprecher des Weißen Hauses, verwies gegenüber "The Advocate" auf Bidens Glauben und auf das Ziel der Regierung, Diskriminierungen abzubauen: "Als Christ, der Ostern mit seiner Familie feiert, steht Präsident Biden dafür, Menschen zueinander zu bringen und die Würde und Freiheiten jedes einzelenen Amerikaners zu achten", so Bates. "Leider ist es keine Überraschung, dass Politiker versuchen, unser Land mit grausamer, hasserfüllter und unehrlicher Rhetorik zu schwächen. Präsident Biden wird seinen Glauben niemals für politische Zwecke oder für Profit missbrauchen." (dk)

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