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Ex-Twitter
Neue Manager gegen Hassrede bei X
Das Portal X leidet seit der Übernahme durch Elon Musk unter einem Exodus der Werbeindustrie. Jetzt sollen zwei neue Manager das Ruder herumreißen.

Nach der Umbenennung in X hat das Social-Media-Portal erheblich an Einfluss verloren (Bild: IMAGO / Bihlmayerfotografie)
- 3. April 2024, 11:41h 2 Min.
Elon Musks Twitter-Nachfolger X hat neue Manager gefunden, die die Plattform sicherer für Nutzende und Unternehmen machen sollen: Kylie McRoberts wird sich als Head of Safety mit dem Problem von Hassrede und anderen extremistischen Inhalten auseinandersetzen. Zusätzlich soll Yale Cohen den Dienst attraktiver für Unternehmen machen, wie X mitteilt. Cohen kommt aus der Werbebranche.
Hassrede ist auch ein geschäftliches Problem für X. Der Dienst ist auf Werbeerlöse angewiesen – und Unternehmen wollen nicht, dass ihre Marken etwa neben Beiträgen mit Gewaltaufrufen und antisemitischen, rassistischen oder queerfeindlichen Parolen auftauchen. Seit Musk Twitter im Herbst 2022 übernahm, halbierten sich die Werbeeinnahmen.
Der Tech-Milliardär versprach radikale Redefreiheit bei X im Rahmen des gesetzlich Erlaubten. Er setzt darauf, die Verbreitung von Beiträgen mit problematischen Inhalten stark einzuschränken, statt sie zu entfernen. Seit der Übernahme sind bereits zwei Safety-Verantwortliche gegangen.
Viele Organisationen verlassen X
Wegen der rauer werdenden Atmosphäre bei X haben mehrere queere Organisationen in den letzten Monaten dem Portal den Rücken gekehrt. Dazu zählen etwa der Bundesverband Trans* oder die Deutsche Aidshilfe. Im Februar verabschiedete sich auch die Kanzlerpartei SPD von X (queer.de berichtete).
Online-Forschende hatten vor einigen Monaten demonstriert, wie Werbung bekannter Marken neben antisemitischen Beiträgen auftauchen kann. Musk konterte, die Beispiel seien künstlich konstruiert gewesen und entsprächen nicht der Alltags-Nutzung. Mehrere große Werbekund*innen schraubten ihre Ausgaben bei X inzwischen zurück oder verzichten ganz darauf.
Musk beschimpfte Werbekund*innen
Die von Musk eingesetzte X-Chefin Linda Yaccarino versucht sie zu überzeugen, dass die Plattform ein sicheres Umfeld für ihre Marken bietet. Musk beschimpfte abtrünnige Werbekund*innen derweil vor einigen Monaten bei einem Auftritt wüst und behauptete, sie würden die Schuld tragen, wenn X scheitern sollte. Besonders heftig greift Musk, der politisch auf Position der amerikanischen Rechten steht, Disney und dessen Chef Bob Iger an. Der Konzern Disney zählt wegen seiner queerfreundlichen Haltung zu den größten Feinden der Republikaner. Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, warf dem Unternehmen etwa kürzlich vor, Kinder zu "vertransen" (queer.de berichtete).
Der X-Besitzer selbst sorgte kürzlich für einen Eklat, als er einen Beitrag mit einer antisemitischen Verschwörungstheorie als "tatsächliche Wahrheit" bezeichnete. Musk sprach später von einem Fehler und Missverständnis und entschuldigte sich. X betonte am Dienstag, Redefreiheit und Sicherheit müssten bei dem Dienst koexistieren. (dpa/cw)













