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William Wragg
Britischer Abgeordneter auf Grindr erpresst
Der Tory-Abgeordnete William Wragg tauschte Bilder auf Grindr aus – und wurde mit ihnen erpresst. Dabei gab er geheime Telefonnummern weiter.

William Wragg gab Telefonnummern seiner Kollegen an einen Grindr-Nutzer weiter – jetzt droht ihm der Ausschluss aus seiner Fraktion (Bild: Chris McAndrew / wikipedia)
- 5. April 2024, 08:10h 2 Min.
Ein prominenter offen schwuler Abgeordneter der Konservativen Partei des britischen Premierministers Rishi Sunak ist in einen Erpressungsskandal um Sexting-Nachrichten verwickelt. William Wragg, Vizevorsitzender eines wichtigen Fraktionskomitees, sagte der Zeitung "Times" (Freitag), er habe mit einer Person intime Fotos ausgetauscht, die er auf der schwulen Dating-App Grindr kennengelernt hatte. Mit den Bildern sei der 36-Jährige in der Folge erpresst worden und habe persönliche Telefonnummern von Kollegen an den Kontakt weitergeleitet. Die Polizei ermittelt. Als Sexting wird der private Austausch selbst produzierter Fotos mit erotischen Inhalten per Handy oder Internet bezeichnet.
Das Portal "Politico" hatte zuvor berichtet, dass mehrere Politiker, politische Berater und Journalisten, die im Parlamentsviertel arbeiten, mit persönlichen Botschaften und sexuell expliziten Bildern angeschrieben worden seien. Es handele sich offensichtlich um Versuche, diese Personen zu kompromittieren. Laut "Times" hat außer dem Tory-Abgeordneten Wragg noch ein weiterer Parlamentarier mit eigenen Fotos auf Nachrichten reagiert. Die konservative Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments, Alicia Kearns, vermutet als Drahtzieher einen ausländischen Geheimdienst.
Regierung vermutet ausländischen Geheimdienst hinter der Attacke
Für die Regierung bezeichnete Finanz-Staatssekretär Gareth Davies die Situation am Freitag im rechtspopulistischen Nachrichtensender "GB News" als "beunruhigend und besorgniserregend". Er betonte, Wragg habe sich entschuldigt. Hingegen gab es auch aus der Tory-Partei Forderungen, der 36-Jährige solle zurücktreten oder müsse aus der Fraktion ausgeschlossen werden, wie "Politico" berichtete. Wragg hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, bei der für dieses Jahr geplanten Parlamentswahl nicht mehr anzutreten.
Wragg ist seit 2015 Abgeordneter des Unterhauses in London. Sein Wahlkreis befindet sich im Speckgürtel von Manchester. Politisch gilt der studierte Historiker als äußerst konservativ – so unterstützte er den Brexit und profilierte sich in den letzten Jahren als Corona-Skeptiker. (dpa/cw)















