Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?49070

Neues Grundsatz-Papier

Papst geißelt erneut "Gender-Ideologie"

In einer neuen Grundsatz-Erklärung gesteht der Papst Homosexuellen das Recht zu, nicht verhaftet oder gefoltert zu werden. Ansonsten würde die Erklärung "Dignitas infinita" gerne die Uhren bei der Gleichstellung wieder zurückdrehen.


Papst Franziskus bei einem Empfang am Samstag im Vatikan (Bild: IMAGO / Independent Photo Agency Int.)

  • 8. April 2024, 11:07h 2 Min.

Papst Franziskus hat in einer neuen Grundsatz-Erklärung erneut die "Gender-Ideologie" als Verstoß gegen die von Gott gegebene Würde des Menschen kritisiert. Das Papier "Dignitas infinita" (zu Deutsch: "Unendliche Würde") ist am Montag vom Vatikan veröffentlicht worden (voller Wortlaut bei vaticannews.va).

Der Begriff "Gender-Ideologie" wird meist als Kampfwort gegen jegliche Anerkennung von Homo­sexuellen oder trans Menschen verwendet. In Deutschland machte die AfD den Begriff populär. Papst Franziskus hat wiederholt gegen "Gender-Ideologie" polemisiert. Vor gut einem Monat bezeichnete er diese etwa als "hässlichste Gefahr" unserer Zeit (queer.de berichtete).

Papst: "Gender-Ideologie" gefährlich, weil sie alle gleich macht

Das Papier enthält zwar auch positive Passagen zu queeren Menschen: So müsse es als Verstoß gegen die Menschenrechte angesehen werden, "dass mancherorts nicht wenige Menschen allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung inhaftiert, gefoltert und sogar des Lebens beraubt werden". Allerdings macht das Dokument deutlich, dass die Kirche keine Gleichbehandlung von queeren Menschen akzeptieren werde. Dabei zitierte es Franziskus mit den Worten: "Leider haben die Versuche der letzten Jahrzehnte, neue Rechte einzuführen, die nicht ganz mit den ursprünglich definierten übereinstimmen und nicht immer akzeptabel sind, zu ideologischen Kolonisierungen geführt, unter denen die Gender-Theorie eine zentrale Rolle spielt, die sehr gefährlich ist, weil sie mit ihrem Anspruch, alle gleich zu machen, die Unterschiede auslöscht". Die "Gender-Ideologie" sei nichts anderes "als der uralten Versuchung des Menschen nachzugeben, sich selbst zu Gott zu machen", so der Vatikan.

"Dignitas infinita" macht auch Stimmung gegen Geschlechtsanpassungen (laut Vatikan "Geschlechtsumwandlungen"). Denn mit solchen Eingriffen würde "die einzigartige Würde" bedroht, "die ein Mensch vom Moment der Empfängnis an besitzt". Immerhin: inter Menschen dürfen laut dem Papst eine medizinische Behandlung zur Behebung von "Anomalien" durchführen lassen.

Auch die insbesondere unter schwulen Paaren populäre Leihmutterschaft lehnt der Vatikan kategorisch ab. Diese verletze die "Würde der Frau und des Kindes schwer", so der Papst. Auch Abtreibungen seien immer falsch, so das Papier, das unter anderem auch Abschnitte über Krieg, Armut, Migration, Menschenhandel, Gewalt gegen Frauen und Sterbehilfe enthält.

Die Erklärung ist nach mehreren Jahren Vorbereitung vom vatikanischen Dikasterium für Glaubenslehre (dem früheren Inquisitions-Amt) unter Federführung von Kardinal Victor Manuel Fernández veröffentlicht worden. Franziskus hatte das Papier ausdrücklich gebilligt. (dk)

-w-