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  • 16. Januar 2004, noch kein Kommentar

Berlin Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. (LSVD) hat in einer Presseerklärung vor "einer Verdrängung lesbischen und schwulen Lebens aus dem öffentlichen Raum" gewarnt. Aus Angst vor Pöbeleien und Überfällen müssten Lesben und Schwule "ihr Verhalten in einigen Gegenden Berlins ohnehin kontrollieren", so der LSVD-Landessprecher Alexander Zinn. Er warnte davor, dass sich auch "traditionell liberale Stadtviertel wie Schöneberg zu solchen 'No-show-Areas' entwickeln könnten". In der Hauptstadt wird seit Monaten über eine angebliche Gewaltzunahme gegenüber Lesben und Schwulen diskutiert, das Café PositHIV will aus dem Stadtteil Schöneberg wegziehen, nachdem es mehrfach Zielscheibe von Gewalt wurde. Das Schwule Überfalltelefon wie auch der LSVD sprechen mittlerweile von Taten "überwiegend türkisch- und arabischstämmiger Jugendlicher" (Zinn).
Kritiker dieser immer öfter formulierten Theorie halten die Statistiken für ungenau, da eine komplette Erfassung schwulenfeindlicher Taten nicht vorliegt und aus einer Zunahme der Meldungen nicht unbedingt eine Zunahme der Taten geschlossen werden kann. Zudem sei das Aufteilen nach der Herkunft ein ungenaues Kriterium: beispielsweise dürfte eher der soziale Hintergrund der Täter entscheidend sein als der religiöse. Die "taz" und auch einige Szenemedien hatten pauschal dem Islam die Schuld an der vermeintlichen Gewaltzunahme gegeben. Auch der Spruch über "No-show-Areas" wird nicht nur Zustimmung finden, denn mit einem Rückzug aus einigen Gegenden und andauernder kollektiver Schuldzuweisung an das angebliche Unverständnis fremder Kulturen wird man das Verständnis kaum fördern können. (nb)