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Österreich

"Schwulsein ist eine Krankheit": 8.000 Euro Strafe für homophoben Chefinspektor

Ein hochrangiger Polizist aus Oberösterreich ist nach einer Reihe von menschenfeindlichen Aussagen wegen mehrfacher Dienstpflichtverletzungen bestraft worden.


Ein österreichischer Polizist hat es mit Sexismus und Homo­sexuellenfeindlichkeit zu weit getrieben (Bild: IMAGO / Daniel Scharinger)

  • 12. April 2024, 08:48h 2 Min.

Die österreichische Bundesdisziplinar­behörde hat laut heute.at einen bei einer Polizeiakademie arbeitenden Chefinspektor aus dem Bundesland Oberösterreich nach sexistischen und homophoben Entgleisungen zu einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 Euro verurteilt. Er darf die Zahlung in acht Monatsraten abstottern. Zudem muss der Beamte 500 Euro Verfahrenskosten tragen. Der Mann hatte sich zuvor nicht schuldig bekannt.

Der Beamte hatte dem Bericht zufolge schon 2021 drei Abmahnungen erhalten und im Januar 2023 eine schriftliche Weisung erhalten, menschenfeindliche Aussagen zukünftig zu unterlassen. Im Mai 2023 äußerte er sich dann homo­sexuellenfeindlich, als in einer Schulung über ein polizeiliches Szenario – die Körper­ver­letzung zwischen einem gleich­geschlechtlichen Pärchen – gesprochen wurde. Dabei soll er zu Kursteilnehmenden gesagt haben: "Von Schwuchteln geht keine Gefahr aus." Und weiter: "Schwulsein ist ja nur eine Krankheit, wobei man das ja heutzutage nicht mehr sagen darf".

Im August habe er sich dann sexistisch verhalten: Er soll absichtlich Kaffee ausgeschüttet haben, "nur um einer Kollegin beim Putzen zuzusehen".

Von zwei weiteren Vorwürfen des Sexismus wurde der Chefinspektor freigesprochen. So soll er während eines Trainings sinngemäß gesagt haben, dass "man nicht mehr auf Urlaub fahren kann, weil die Orangenhaut von den 'Alten' (Frauen) will sich ja keiner ansehen". Er soll außerdem eine Aspirantin aufgrund ihrer "schlanken Figur" und des "nicht vorhandenen Hausverstandes" öfter als üblich zum Training eingeteilt haben.

In der Vergangenheit galt die österreichische Polizei als äußerst queerfeindlich. So wurden homosexuelle Beamt*innen früher gefeuert. Letztes Jahr erkämpfte sich ein schwuler Ex-Polizist eine moderate Entschädigung, weil er 1974 wegen seiner sexuellen Orientierung gefeuert und anschließend jahrzehntelang diskriminiert wurde (queer.de berichtete). (cw)

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