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Studie
Mehr queere Filme im deutschen Fernsehen
Laut einer neuen Studie zeigt das deutsche Fernsehen mehr queere Inhalte. Allerdings gibt es im Vergleich zu Streamingseiten noch Nachholbedarf. Das Privatfernsehen hinkt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinterher.
- 15. April 2024, 13:01h 2 Min.
Der Anteil queerer Filme und mindestens 90-minütiger Serienfolgen im deutschen Fernsehen ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das geht aus der Untersuchung des Medienprojekts QUEERmdb hervor, das die über 15.000 im TV ausgestrahlten Filme und Serienepiosden auswertete. Demnach hätten 760 dieser Produktionen mindestens eine für die Handlung relevante queere Figur. Das entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anteil bei nur 3,7 Prozent gelegen (queer.de berichtete).
Allerdings blieb das deutsche Fernsehen hinter anderen Veröffentlichungswegen zurück. Demnach liege dieser queere Anteil bei den Streamingdiensten Netflix und Amazon Prime weit höher (12,7 bzw. 11,0 Prozent). Auch im Kino (10,7 Prozent) und auf DVD/Bluray (6,8 Prozent) sei der Anteil höher.
Große Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Fernsehen
Große Unterschiede gebe es auch zwischen dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Fernsehen: So habe es bei ARD und Co. 550 queere Produktionen gegeben, bei RTL und Co. jedoch nur 210 Produktionen. Am queersten waren dabei die öffentlich-rechtlichen Sender RBB-Fernsehen, Arte und Das Erste, ganz hinten lagen der NDR, 3Sat und das Schlusslicht MDR. Bei privaten Sendern lagen Tele 5 vor Sixx und Sat.1 ganz vorne bei queeren Inhalten. Am wenigsten Produktionen mit LGBTI-Figuren zeigten Vox, Nitro und ProSieben Maxx.
Allerdings ist der Anteil in der Primetime, also zwischen 20 und 22 Uhr, weitaus kleiner. Gerade einmal 0,9 Prozent der Produktionen behandelten eine queere Thematik. Ganz vorne waren hier beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Arte, der RBB und Das Erste, während der HR am wenigsten Queeres zeigte. Beim kommerziellen Fernsehen führten Sixx, Tele 5 und ProSieben die Liste an, ganz hinten mit null Produktionen lag ProSieben Maxx.
"Wir brauchen mehr Sichtbarkeit von Menschen außerhalb der Norm, gerade in populären Medien wie Fernsehen", heißt es auf QUEERmdb. "Und zwar dann, wenn man auch viele Zuschauer erreichen kann. In Zeiten zunehmender Trans- und Homofeindlichkeit ist dies besonders wichtig." Denn Vorurteile und negative Einstellungen würden "am effektivsten durch Kontakt zu jenen, die man abwertet", reduziert. (cw)
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