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Disziplinarverfahren

Claudia Pechstein: Geldbuße für CDU-Rede in Uniform

Nach ihrer homofeindlichen Rede in Uniform beim CDU-Grundsatzkonvent im Juni 2023 muss die Polizistin und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein eine Strafe von 500 Euro zahlen.


Ihre Rede beim CDU-Grundsatzkonvent im Juni 2023 trug die Bundespolizistin Claudia Pechstein in Uniform vor
  • 16. April 2024, 06:01h 2 Min.

Das Disziplinarverfahren gegen die Bundespolizistin und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wegen eines Auftritts in Uniform bei einer CDU-Veranstaltung ist nach einem Medienbericht gegen eine Geldbuße von 500 Euro eingestellt worden. Zwar sei es Bundespolizisten verboten, auf politischen Veranstaltungen in Uniform Vorträge zu halten, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" aus der Einstellungsverfügung. Zugutegehalten wurden Pechstein demnach aber ihre sportlichen Verdienste sowie, dass sie ihren Dienstverstoß bereue.

In ihrer Rede beim CDU-Grundsatzkonvent im Juni 2023 hatte sich Claudia Pechstein abwertend über gleichgeschlechtliche und alleinerziehende Eltern geäußert. "Die Kinder hierzulande wollen nicht nur einen guten Job, eine heile Familie, eine traditionelle Familie, sie wollen Mama und Papa", sagte die Polizistin. "Die Familienpolitik der Christlich-Demokratischen Union sollte sich grundsätzlich zuallererst mit der traditionellen Familie beschäftigen." Darüber hinaus forderte Pechstein eine schnelle Abschiebung abgelehnter Asylbewerber*innen und begründete dies mit mehr Sicherheit im Alltag. CDU-Chef Friedrich Merz lobte die Rede als "brillant", die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) distanzierten sich auf Twitter (queer.de berichtete).

Pechstein empörte sich über "laute Minderheiten"

Kritik an ihrer Rede wies Pechstein auch im Nachhinein zurück: "Wenn das links-grüne Lager jetzt klatschen, statt buhen würde, hätte ich etwas falsch gemacht", sagte sie Ende Juni 2023 in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" (Bezahlartikell). Viele Positionen, die von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen würden, seien "in weiten Teilen der linken Politblase und der sie hofierenden Journalisten" verpönt. "Da können die wahrscheinlich gar nicht mehr anders, als reflexartig 'rassistisch und homophob' zu kreischen."

Von beidem sei sie "genauso weit entfernt wie von neuen Weltrekorden auf Eisschnelllaufbahnen", behauptete Pechstein – und wertete gleich im Anschluss queere Paare erneut ab. "Mir ist doch völlig egal, wie Menschen zusammenleben oder wen sie lieben möchten. Aber die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes wollten, dass die traditionelle Ehe von Mann und Frau besonders gefördert wird", so die Bundespolizistin. Eine Partei, die Volkspartei sein möchte, solle sich zuallererst um das Alltagsleben von Mehrheiten kümmern. "Auch dann, wenn die eher schweigsam sind, im Vergleich zu den lauten Minderheiten." (mize/AFP)

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