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Nach Kritik

CSD Osnabrück verteidigt CDU-Schirmfrau

Der Osnabrücker CSD wehrt sich gegen Kritik an seiner Schirmfrau: Katharina Pötter sei wegen ihrer Parteimitgliedschaft nicht tragbar, finden einige. Die CSD-Führung sieht das anders.


Katharina Pötter ist seit 2021 Oberbürgermeisterin von Osnabrück (Bild: Stefanie Hiekmann / wikipedia)
  • 16. April 2024, 09:43h 2 Min.

Der CSD Osnabrück hatte vergangene Woche in sozialen Medien Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) als Schirmfrau des diesjährigen Pride vorgestellt. An der Personalie gab es wegen der Parteizugehörigkeit der Kommunalpolitikerin viel Kritik. Der CSD verteidigte jedoch Pötter als Schirmfrau.

Auf Instagram erklärte etwa ein Nutzer: "So sehr ich auch verstehen kann, dass man sich gesellschaftlich breit aufstellen möchte, und deswegen Politiker der demokratischen Parteien einladen möchte – die Schirmherrschaft einer Politikerin zu geben, die einer Partei angehört, die sich historisch immer und immer wieder gegen queere Rechte eingesetzt hat (Blockade der Homo-Ehe, Blockierung der Selbst­bestimmung von trans Personen), ist schon sehr kritisch." Ein anderer schrieb: "Einer Angehörigen einer queer­feindlichen Partei eine Plattform zu geben, finde ich wirklich beschämend." Einige verteidigten jedoch auch die Stadtchefin. So erklärte ein Nutzer: "Man muss fairerweise auch sagen, dass sie nicht nur Schlechtes gemacht hat."

Die CSD-Führung stellte sich ebenfalls hinter Pötter: "Wir sehen aber auch, dass Katharina Pötter von den Bürgern dieser Stadt zur Oberbürgermeisterin gewählt wurde und wir mit ihr in Kontakt treten müssen", sagte ein Sprecher gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Bezahlartikel). Beim CSD würden der Oberbürgermeisterin Forderungen der Community übergeben. Sie werde außerdem zu Themen wie der Hissung der Regenbogen­fahne am Rathaus oder ihrer Haltung zu geschlechtersensibler Sprache befragt. Zudem werde positiv gesehen, dass Pötter sich dazu bereiterklärt habe, die Schirmherrschaft zu übernehmen. In den letzten Jahren hatte es beim Osnabrücker CSD keine Schirmfrauen oder Schirmherren gegeben.

"Kunterbunt statt Kackbraun"

Das Motto des diesjährigen CSD Osnabrück lautet: "Kunterbunt statt Kackbraun". Damit solle "ein klares Zeichen gegen Diskriminierung, Vorurteile und Anfeindungen von Minderheiten" gesetzt werden. Der CSD findet am 25. Mai statt.

Katharina Pötter ist seit Herbst 2021 Oberbürgermeisterin der niedersächsischen Großstadt Osnabrück. Die 44-Jährige hatte bereits wiederholt die Schirmherrschaft des Osnabrücker Rosa Courage-Preises übernommen. 2023 empfing sie das erste queere Stadtprinzenpaar im Rathaus (queer.de berichtete). (dk)

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