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Streit um Schirmherrschaft

CSD Osnabrück kritisiert "Opferkultur" in queerer Community

Dass die CDU-Oberbürgermeisterin Schirmfrau des diesjährigen CSDs ist, stößt einigen in Niedersachsens viertgrößter Stadt sauer auf. Der CSD-Verein verteidigt jedoch die Stadtchefin.


Der CSD Osnabrück war letztes Jahr gut besucht (Bild: CSD Osnabrück)

  • 18. April 2024, 10:37h 2 Min.

Der CSD-Verein in Osnabrück hat laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ-Bezahlartikel) erneut die Schirmherrschaft der CDU-Oberbürgermeisterin verteidigt und dabei auch die "Opferkultur" innerhalb der queeren Community kritisiert. Hintergrund ist Kritik in sozialen Medien, dass OB Katharina Pötter (CDU) Schirmfrau des diesjährigen CSDs ist (queer.de berichtete).

Pötter war insbesondere wegen ihrer Parteizugehörigkeit zur CDU kritisiert worden (queer.de berichtete). So wurde darauf hingewiesen, dass die CDU seit ihrer Gründung versucht habe, jeden Fortschritt für queere Menschen zu verhindern – von der Entkriminalisierung von Homosexualität über die Öffnung der Ehe bis hin zum Selbst­bestimmungs­gesetz, das am Freitag im Bundestag nur von der Union sowie von Links- und Rechtsextremen abgelehnt worden war (queer.de berichtete).

Martin Pohlmann vom CSD-Verein erklärte, er freue sich über die Zusage von Pötter für den CSD. In Richtung Kritiker*­innen erklärte er: "Ich finde diese Opferkultur gar nicht gut, die gerade herrscht. 'Ich bin Opfer, es müssen einfache Lösungen her!' Statt Lösungen zu finden, werden Probleme benannt." Bei dieser Personalie spiele keine Rolle, dass die CDU im Bundestag gegen trans Menschen gestimmt habe: "Die Oberbürgermeisterin wird ja direkt gewählt, das hat mit der Partei nichts zu tun. Und darum geht es uns." Deshalb wolle er mit ihr im Gespräch bleiben. Er kritisierte allerdings ihre Ablehnung von geschlechter­gerechter Sprache, wenngleich sie deren Nutzung in der Verwaltung nicht verboten hatte.

Pötter wirft Kritiker*innen Vorurteile und Intoleranz vor

Pötter erklärte in der NOZ, sie habe bewusst die CSD-Schirmherrschaft übernommen, da sie das Ziel des CSD-Vereins unterstütze, "sich für die Vielfalt unserer Gesellschaft im Allgemeinen und die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft im Besonderen einzusetzen". Osnabrück sei in der Queerpolitik auch nicht untätig. Die Christdemokratin warb darum, die Kritik in sozialen Netzwerken nicht so ernst zu nehmen, da es sich um Meinungsäußerungen Einzelner handle und nicht der Mehrheit. Diese Äußerungen zeugten "von Vorurteilen und auch einer gewissen Intoleranz", so Pötter. Für den 25. Mai hat die Oberbürgermeisterin bereits angekündigt, einem Wunsch der CSD-Organisator*innen nachzukommen – nämlich die Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen.

Das Motto des diesjährigen CSD Osnabrück lautet: "Kunterbunt statt Kackbraun". Damit solle "ein klares Zeichen gegen Diskriminierung, Vorurteile und Anfeindungen von Minderheiten" gesetzt werden. (dk)

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