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In eigener Sache

Neue Artikelserie "Queer Cinema Classics"

Gemeinsam mit dem Onlinemagazin sissy stellen wir in den nächsten zwei Jahren jeden Donnerstag einen Film vor, der bahnbrechend für das nicht-heteronormative Kino war.


Symbolbild

  • 18. April 2024, 16:00h 2 Min.

Die queere Filmgeschichte ist ein funkelnder Schatz – reich an widerständigen Figuren, anderen Blicken und ganz eigenen Geschichten. Doch zu vielen wichtigen nicht-heteronormativen Filmen gibt es keine profunde Besprechung, die online verfügbar wäre. Und zu den wenigsten gibt es Texte aus dezidiert queerer Perspektive. Die sissy, das einzige deutschsprachige Filmmagazin zum queeren Kino, möchte diese Lücke schließen und wirft in den nächsten zwei Jahren einen besonderen Blick auf jene Filme, die im Laufe der vergangenen 125 Jahre auf die eine oder andere Weise bahnbrechend für das nicht-heteronormative Kino waren und deswegen heute als Klassiker gelten dürfen.

In der neuen Artikelserie "Queer Cinema Classics" erscheint ab sofort jeden Donnerstag eine neue Besprechung parallel bei sissy und queer.de. Welche Bedeutung hatten die Filme in der Zeit ihrer Entstehung? Hat sich unser Blick im Laufe der Zeit verändert? Wie nehmen wir die Filme heute wahr? Am Ende soll ein Kanon mit 100 Grundsatztexten stehen, der die Filmgeschichte aus historischer Perspektive und im zeitgenössischem Licht neu ausleuchtet.

"Queer Cinema Classics" ist ein Projekt der Queeren Kulturstiftung und wird gefördert von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Erster vorgestellter Film: "Verführung: Die grausame Frau"

Den Auftakt macht Anja Kümmels Besprechung des sadomasochistischen Liebesdramas "Verführung: Die grausame Frau", das Monika Treut 1985 zusammen mit ihrer Freundin Elfi Mikesch sowie mit Mechthild Grossmann und Udo Kier in den Hauptrollen drehte.

"Verführung" erzählt von der geheimnisvollen Domina und cleveren Geschäftsfrau Wanda, deren Beruf es ist, grausam zu sein. In ihrer Galerie im Hamburger Hafen inszeniert sie gewinnbringend SM-Rituale, und auch in ihrem Privatleben bestimmt sie die Spielregeln der Lust. Ihr sklavischer Bühnenpartner Gregor verliebt sich hoffnungslos in sie, während ihre Schülerin Justine irgendwann begreift, dass Wandas Verführung ein teuflisch raffiniertes Spiel ist.

Anja Kümmel feiert "Verführung" als avantgardistische Perle des queeren Indie-Kinos, deren düster-unterkühlten Camp-Ästhetik eine ganz eigene Sinnlichkeit und Sogwirkung entfaltet und en passant die Warenförmigkeit von romantischer Liebe in Verbindung mit neoliberalen Freiheitsversprechen dekonstruiert. (pm)

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