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Spanien

Proteste gegen den Massentourismus auf den Kanaren

Auf den Kanarischen Inseln forderten am Samstag insgesamt rund 55.000 Demonstrant*innen eine Obergrenze der Zahl der Tourist*innen und die Einführung einer Umweltsteuer.


Schwule Party in den legendären Cruising-Dünen von Maspalomas (Bild: Giuseppe Sp / flickr)
  • 21. April 2024, 07:19h 2 Min.

Zehntausende Menschen haben am Samstag unter dem Motto "Die Kanaren haben eine Grenze" gegen Massentourismus demonstriert. Insgesamt 55.000 Demonstrant*­innen forderten auf den acht bewohnten und zu Spanien gehörenden Inseln im Atlantik vor der Westküste Afrikas eine Obergrenze der Zahl der Tourist*­innen oder etwa bezahlbaren Wohnraum für Einheimische, wie der staatliche TV-Sender RTVE und die Zeitung "El País" berichteten. Zum Beispiel "Der Tourismus erhöht meine Miete" und "Das Paradies wird nicht mit Beton gemacht" war auf Transparenten zu lesen.

Den Protestierenden ging es demnach auch um eine effektive Überwachung der Bestimmungen für die Vermietung von Ferienunterkünften, eine Begrenzung beim Kauf von Immobilien durch Menschen ohne Wohnsitz auf den Inseln und die Einführung einer Umweltsteuer für Tourist*­innen.

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2,2 Millionen Einheimische, 14 Millionen Tourist*innen

Auf den Kanaren leben gut 2,2 Millionen Menschen. Fast siebenmal so viele ausländische Tourist*innen besuchten vergangenes Jahr die Inseln, rund 14 Millionen Besucher*innen vor allem aus Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden. Hinzu kamen noch einmal etwa gut zwei Millionen Spanier*innen vom Festland. Die meisten ausländischen Tourist*innen zog es auf die größeren Inseln Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote.

Die Kanaren werben gezielt um queere Tourist*innen (queer.de berichtete). Vor allem der Ort Maspalomas auf Gran Canaria ist bei schwulen und bisexuellen Männern seit Jahrzehnten beliebt. Bei nicht wenigen Urlauber*innen stießen die Proteste auf Unverständnis.

/ bishbashbosh53
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Tourismus für Wirtschaft unverzichtbar

Für die Wirtschaft der Inseln ist der Tourismus unverzichtbar. Die Branche steht für 35 Prozent der Wirtschaftsleistung und sichert 40 Prozent der Arbeitsplätze. Vom Boom profitieren aber nur wenige. Unter den 17 Autonomen Gemeinschaften Spaniens, die den deutschen Bundesländern entsprechen, sind die Kanaren das zweitärmste.

Aktivist*innen betonen, dass sie nicht grundsätzlich gegen den Tourismus seien, sondern gegen die schleichende Zerstörung der Inseln. Der Biologe und bekannte Dokumentarfilmer Felipe Ravina meinte kürzlich: "Seit Jahren werben wir für uns als weltweit einzigartiges Naturreiseziel, aber der Tourismus zerstört das Produkt, das wir verkaufen." (cw/dpa)

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