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Kinostart
Begehren und Begehrlichkeiten zu dritt
In seinem neuen Film "Challengers – Rivalen" erzählt "Call Me by Your Name"-Regisseur Luca Guadagnino von drei eng verbundenen Tennisstars, die in ihrem Verlangen dauerhaft um sich selbst kreisen.

Queerness ist entscheidender Bestandteil der Dreier-Konstellation (v.l.n.r.): Art (Mike Faist), Tashi (Zendaya) und Patrick (Josh O'Connor) in "Challengers – Rivalen" (Bild: Warner Bros. Pictures)
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23. April 2024, 08:19h 3 Min.
Dass Luca Guadagnino, der Regisseur von so unterschiedlichen wie feinsinnigen Filmen wie "Call Me by Your Name" oder "Bones and All", einen waschechten Sportfilm inszeniert, klingt nach einem eher unwahrscheinlichen Szenario. Und tatsächlich sollte man sich bei "Challengers – Rivalen", dem neuen Werk des Italieners, nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Denn es stehen hier zwar drei junge Menschen im Zentrum, die alle hauptberuflich Tennis spielen. Aber der Sport ist dann doch eher die Rahmenhandlung, im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Film beginnt und endet mit einem Tennismatch zwischen zwei einstigen Jugendfreunden, die sich im Finale eines so genannten Challenger-Turniers gegenüberstehen. Art (Mike Faist) ist einer der erfolgreichsten Spieler der Welt und versucht bei diesem Event, sein Formtief zu überwinden, um noch ein letztes Mal groß aufzuspielen. Patrick (Josh O'Connor, genau wie aktuell auch in "La chimera" eine Klasse für sich) ist dagegen der Durchbruch nie gelungen: Für ihn ist das Turnier die vielleicht letzte Chance, überhaupt nochmal einen Fuß auf den Boden zu bekommen.
Guadagnino erzählt vom Begehren

Poster zum Film: "Challengers – Rivalen" startet am 25. April 2024 im Kino
In Rückblenden wird dann nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern nicht zuletzt die von Tashi (Zendaya). Die war als Juniorin eigentlich die talentierteste von den Dreien und wurde von beiden Jungs umschwärmt. Sie kommt zunächst mit Patrick zusammen und verletzt sich dann so schwer, dass aus der Profikarriere nichts wird. Stattdessen wird sie Trainerin und Ehefrau von Art. Doch über die Jahre verschieben sich Dynamik und Anziehung zwischen den drei Personen immer wieder.
Wie in fast all seinen Filmen erzählt Guadagnino auch in "Challengers" vom Begehren, wo bei allerdings die Erotik nicht im Vordergrund steht. Für Sex hat er sich noch nie sonderlich interessiert, eher für das, was vor und nach dem Befriedigen der Lust kommt. Queerness ist dabei weniger zentral als in anderen Arbeiten des schwulen Regisseurs – und als kaum ausgelebte Option natürlich trotzdem entscheidender Bestandteil dieser Dreiecks-Konstellation. Allerdings geht es auch nicht nur um zwischenmenschliche Begehrlichkeiten, sondern auch um die an den Sport als Lebensinhalt. Die Spannung entsteht daraus, dass diese drei so eng verbundenen Menschen in ihrem Verlangen quasi dauerhaft um sich selbst kreisen – und dann Elemente wie Neid und Ehrgeiz ins Spiel kommen.
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Kameraarbeit, Montage, Musik – wie immer bei Guadagnino ist die ästhetische und stilistische Umsetzung genauso wichtig wie Plot und Figuren. Wobei letztere, gerade in ihrer Unterschiedlichkeit und durch ihre überzeugenden Darsteller*innen, bei aller gewollten Distanz durchaus Tiefe entwickeln. Ganz zu schweigen davon, dass die Tennis-Szenen überzeugender und glaubwürdiger umgesetzt sind als man diesen Sport je auf der Leinwand gesehen hat.
Challengers – Rivalen. Drama. USA 2023. Regie: Luca Guadagnino. Cast: Zendaya, Mike Faist, Josh O'Connor, A.J. Lister, Jake Jensen. Laufzeit: 132 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Warner Bros. Pictures. Kinostart: 25. April 2024
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