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Multiinstrumentalistin

Krachendes neues Album der queeren Gitarren-Virtuosin

Annie Clark, besser bekannt als St. Vincent, gräbt sich in ihrem neuen Album "All Born Screaming" in die Tiefen des düsteren Industrial-Rock und Grunge und schreit sich musikalisch die Seele aus dem Leib.


St. Vincent beim Glastonbury Festival 2022 (Bild: Raph_PH / wikipedia)
  • Von Lorina Speder
    26. April 2024, 08:46h 3 Min.

Das Leben ist brutal, findet Annie Clark, besser bekannt als St. Vincent. Die Musikerin, die von Fans weltweit als queere Gitarren-Virtuosin gefeiert wird und drei Grammys in der Tasche hat, nimmt sich diese Aussage auf ihrem siebten Album zu Herzen.

"All Born Screaming" (Amazon-Affiliate-Link ) heißt das neue Werk, das dem Schreien nicht immer nur sprichwörtlich, sondern auch philosophisch folgt – schließlich schreien wir, wenn wir geboren werden, aber eben auch, wenn wir protestieren, etwas durchsetzen wollen, aus Freunde und aus Verzweiflung – all diese Emotionen übertragen sich auf der neuen Platte. Anders als ihre Vorgängerplatte "Daddy's Home", die vom Funk der 1970er Jahre inspiriert war, gräbt sich die Musikerin hier in die Tiefen des düsteren Industrial-Rock und Grunge und schreit sich musikalisch die Seele aus dem Leib. Laut St. Vincent haben wir es mit ihrer "am wenigsten lustigen Platte" zu tun.

Heulende Solo-Einlagen mit der Gitarre


St. Vincents Album "All Born Screaming" ist am 26. April 2024 erschienen

Das Album beginnt mit "Hell Is Near", einem mysteriösen Song, der mit hohen Gesangseinlagen überrascht und in unvorhersehbare Richtungen fließt. Die vielen Akkordfolgen erinnern dabei an die besten Jahre des 70er Progs. Dabei hat der Song viele liebliche Momente, obwohl immer eine klammernde Ungewissheit über dem musikalischen Gerüst schwebt.

Das erste Scheppern auf der Platte hört man im nächsten Song "Reckless", bei dem es im explosiven Finale gen Ende richtig kracht. Auch die darauffolgende Single "Broken Man" lässt die Boxen wummern. Hier sitzt Alleskönner Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) am Schlagzeug und brilliert mit minimalistischen Einwürfen und einem treibenden Höhepunkt. St. Vincent und er hatten zuletzt 2014 als Band für die Rock & Roll Hall of Fame Performance von Nirvana zusammengearbeitet und blieben in Kontakt.

Direktlink | Official Video zu "Broken Man"
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"Dave ist einfach einer der größten Schlagzeuger aller Zeiten", ist sich Clark sicher. Dass in der Zusammenarbeit etwas Besonderes entstanden ist, verdankt der Song aber auch der speziellen Produktion, die St. Vincent erstmalig allein verantwortet. Clark hat hier die Regler genau an der richtigen Stelle aufgedreht, weshalb man beim brachialen ersten Einsatz ihrer fuzzy Gitarre richtig erschaudert. Auch in weiteren Tracks wie bei "Flea" bekommt die Gitarre mit heulenden Solo-Einlagen eine Sonderstellung.

Titelsong mit Cate Le Bon aufgenommen

Nach vielen rockigen Krachern hört man auf dem letzten Song "All Born Screaming" ein schwungvolles Intermezzo von St. Vincents Gitarre und Cate Le Bons Bass. Die walisische Musikerin erwies sich während der Entstehung des Albums nicht nur als gute Freundin von St. Vincent, als diese sich in einer von Selbstzweifeln dominierten Phase befand. Sie belebte das Album auch musikalisch.

Direktlink | Official Audio zu "All Born Screaming"
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In einer Studiosession von nur drei Stunden soll sie die prägnante Bassline geschrieben haben, was den fast siebenminütigen Abschlusstitel komplettierte. Während der erste Teil hier mit einem funky Gitarrenriff und einem belebten Basslauf locker daherkommt, geht der zweite Teil mit einem Drum-and-Bass-Beat und einem Chorus, bei dem ein Chor aus Stimmen den Titel wiederholt, in die Richtung Industrial. Dass Clark das Album dann a capella beendet und die Stimmen ausklingen lässt, ist in Anbetracht des Albumtitels ein krönender Abschluss – anders hätte es auch nicht sein dürfen!

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